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Charlie Bucket (Freddie Highmore) lebt in ärmlichen Verhältnissen: sein Haus ist so windschief und besteht zu größeren Teilen aus Löchern denn aus Holz, dass man jeden Moment mit einem Einsturz rechnen muss, die Mutter kocht Tag für Tag nur Kohlsuppe, die Großeltern teilen sich zu viert ein Bett und das einzige Spielzeug, das Vater Bucket seinem Sohn anbieten kann, sind die unbrauchbaren Tubenverschlüsse, die er von seinem Arbeitsplatz in der Zahnpastafabrik mitbringt.
Charlies Heimatstadt steht im Schatten der größten Schokoladenfabrik aller Zeiten. Willy Wonkas (Johnny Depp) einzigartige Süßigkeiten waren einst auf der ganzen Welt gefragt, doch wegen Spionageakten von neidenden Konkurrenten hatte er die Fabrik vor fünfzehn Jahren schließen müssen.
Nun aber erwacht die Fabrik wie von Geisterhand wieder zum Leben. Inhaber Willy Wonkas versteckt in fünf seiner Schokoriegel „Goldene Tickets“, die fünf Kindern einen Besuch in seiner Fabrik ermöglichen. Charlie kann sein Glück kaum fassen, als er eines der Tickets aus einer Schokolade zieht.
Es beginnt eine phantasievolle Reise durch die Süßigkeitenlandschaft der Wonka-Fabrik. Auf eines der fünf Kinder wartet zudem noch ein besonderer Preis…
US-Regisseur Tim Burtons Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchklassikers von Roald Dahl spart nicht an Phantasie und Farbe. Die Einleitung verspricht eine märchenhafte und ruhige Erzählung, aber schon nach dem ersten Schritt in die Schokoladenfabrik wird der Zuschauer vom Gegenteil überzeugt. Lakritze folgen auf Zuckerstangen, Kaugummi-pink jagt Honig-gelb und man kann sich streiten, ob die angeblich improvisierten Lieder der kleinen Oompa-Loompa-Arbeiter, die mit Kakaobohnen entlohnt werden, wirklich notwendig sind.
Nach Kino-Erfolgen wie „Planet der Affen“, „Batman“ und „Edward mit den Scherenhänden“ setzte Tim Burton seiner Phantasie bei der Inszenierung dieses bunten Werkes keine Grenzen. Die verrückten, aber sehr schematischen Charaktere, ersetzen eine tief greifende Handlung.
Willy Wonka-Darsteller Johnny Depp fühlt sich in seiner mysteriösen und geistig leicht verwirrten Rolle sichtlich wohl und amüsiert mit seiner Mimik (wenn man hier auch anmerken muss, dass er auf den ersten Blick nicht als Mann zu identifizieren ist!).
In der Disney-Produktion „Der Fluch der Karibik“ sahen wir Johnny Depp ähnlich auskostümiert und nach seinem Film „Wenn Träume fliegen lernen“ lässt sich ein anhaltender Image-Wechsel beobachten. Liegt der Trend in Richtung Kinderfilme vielleicht am eigenen Nachwuchs?
Zum Schluss kommt das voraussehbare Happy End: Liebe, Bescheidenheit und der Zusammenhalt der Familie siegen über Egoismus und Gier.
Die zuckersüß verpackte Botschaft des Filmes ist eindeutig. An die Eltern: Achtet gut auf die richtige Erziehung eurer Kinder, damit sie menschliche Werte höher halten als Materielles! An die Kinder: Schokolade ist nicht alles im Leben!
Viele witzige Elemente machen „Charlie und die Schokoladenfabrik“ aber trotz inhaltlicher Schwächen zu guter Unterhaltung, wie zum Beispiel die schrulligen Großeltern oder die Tatsache, dass Zahnarzt Wonka (gespielt von Christopher Lee) seinen Sohn Willy nach Jahrzehnten der Trennung an dessen makellosen Zähnen wieder erkennt.
In erster Linie richtet sich der Film an Kinder, die mit Sicherheit viel zu lachen finden werden.
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