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Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau hält nun mehr seit über 100 Jahren an. Vor allem in den letzten Jahren wurde immer mehr auf dem Gebiet erreicht, auch wenn in einigen Bereichen noch Aufholbedarf besteht. Bei all dem scheinen die Männer auf der Strecke geblieben zu sein. Vereinzelt gründen sich schon Gruppen, wie Manndat, die für die Gleichberechtigung von Männern eintreten.
Die Benachteiligung scheint zumindest auf einige Bereiche tatsächlich zuzutreffen. Wenn von Gewalt die Rede ist, dann sind die Rollen meist klar verteilt: Frauen sind die Opfer, Männer die Täter. Dementsprechend wird auch gegen „Gewalt gegen Frauen“ vorgegangen: Frauenhäuser, Selbstverteidigungskurse und Frauenparkplätze sollen das „schwache Geschlecht“ gegen männliche Übergriffe schützen.
Dass die Realität nicht ganz so aussieht, zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik 2006, die jedes Jahr vom Bundesinnenministerium herausgegeben wird. Zwei Drittel der Opfer von Körperverletzung, Raub, Straftaten gegen die persönliche Freiheit, Mord und Totschlag im öffentlichen Raum sind Männer – nur ein Drittel weiblich. Frauen sind „nur“ mit über 90 % bei sexuellen Übergriffen am meisten betroffen.
Auch die Zahlen der häuslichen Gewalt, der Gewalt zwischen zwei Menschen, die in einem Haushalt leben, sprechen nicht so eindeutig für Frauen wie vermutet werden kann. Männer berichten oft von tätlichen Übergriffen in Form von Schlägen, Ohrfeigen und das Werfen mit Gegenständen. Hinzu kommen verbale und psychische Gewalt. Trotz der Zahlen werden Männer immer noch weniger vor Gewalt geschützt, als es bei Frauen der Fall ist.
Mädchen werden in naturwissenschaftlichen Bereichen gefördert, Jungen in den Bereichen, in denen sie Schwächen aufweisen zum Beispiel beim Lesen, weniger. Auch an den Universitäten tritt das Ungleichgewicht hervor: Gleichstellungsbüros wollen in der Regel die Rechte der Frauen sichern – die Männer bleiben auf der Strecke. Dabei studieren mehr Frauen, machen häufiger das Abitur und einen Uniabschluss.
Als ein Grund dafür wird der Mangel von männlichen Erziehern und Lehrern angeführt. Schon in der Entwicklungsphase brauchen Jungen männliche Bezugspersonen. Diese fehlen in Deutschland zuweilen. Eine Förderung des Männeranteils in diesen Berufen ist also ebenso von Bedeutung wie weibliche Förderung in den Naturwissenschaften.
Der Forschungszweig „Genderstudies“, der sich mit Geschlechterbildern in der Gesellschaft beschäftigt, nimmt noch immer hauptsächlich das weibliche Geschlecht in den Blick. Männer werden zwar beachtet, aber in einem weitaus geringeren Umfang.
Allerdings sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass Männer noch in vielen Bereichen die Nase vorne haben. Im Beruf verdienen Frauen meist noch immer weniger als Männer. Für den „Beruf“ der Hausfrau bekommen sie gar kein Geld. In der Politik sind sie besonders in höheren Positionen unterrepräsentiert. Angela Merkel als Bundeskanzlerin ist wohl eine der wenigen Ausnahmen.
Denken Sie, dass Männer in der Gesellschaft übergangen werden? Oder liegt der Nachteil noch immer bei den Frauen? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum.
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