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Am Sonntag, den 4. September lieferten sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) ein TV-Duell wegen den Neuwahlen des deutschen Bundestages 2005. Dieses Duell wurde in den 4 großen TV-Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat.1 ausgestrahlt. Jeder der Sender stellte einen Moderator: Sabine Christiansen (ARD), Maybrit Illner (ZDF), Peter Klöppel (RTL) und Thomas Kausch (Sat.1). Das Streitgespräch dauerte 90 Minuten. In dem Duell ging es vor allem um die Themen Steuerpolitik und Arbeitsmarkt.
Zu Anfang der Sendung mussten die Kontrahenten zu ihrer Regierungsfähigkeit Stellung nehmen. Dazu sagte Schröder, dass er um ein neues Mandat für seine Politik bittet, die soziale Sicherungssysteme neu justiere, damit sie auch unseren Kindern noch zur Verfügung stünden. Merkel sagte, sie wolle das Land fit machen für das 21. Jahrhundert. Dabei betonte sie: “Deutschland kann nur ein starker, verlässlicher Partner sein, wenn wir auch ökonomisch stark sind.“
Natürlich warfen die beiden Kandidaten sich gegenseitig viel Schlechtes vor. So hielt Schröder der Union vor, ihr Modell und der von Kirchhof vorgeschlagene Einheitssteuersatz von 25 % seien sozial ungerecht. Millionäre oder Krankenschwestern würden so alle das gleiche zahlen, finanzieren müssten es aber Schichtarbeiter oder Feuerwehrleute durch die von der Union geplante Streichung der Steuerfreiheit von Nacht- und Sonntagszuschlägen. „Das kann doch nicht ernsthaft Vision genannt werden“, sagte Schröder. Zudem würde das Modell zu Milliardenausfällen in den öffentlichen Kassen führen. Darauf hin verteidigte Merkel ihren Steuerexperten Kirchhof und stellte dabei klar, dass nicht dessen Vorschläge, sondern das Programm der CDU / CSU maßgeblich seien. Die CDU plant eine Absenkung des Spitzensteuersatzes auf 39 % und einen Eingangssteuersatz von 12 %. Kirchhof werde dies umsetzen. Merkel wolle ihm aber nicht „das Weiterdenken verbieten“.
Anschließend wurden die hohen Benzinpreise angesprochen. Hier versprach Merkel, eine unionsgeführte Regierung wolle die Ökosteuer um den Anteil kürzen, der nicht in die Rentenkasse einfließe. Dies mache 3 Cent pro Liter aus. Schröder äußerte Zweifel an dieser Rechnung und verwies darauf, dass die von der Union geplante Mehrwertsteuererhöhung zu einem Anstieg des Benzinpreises um bis zu 2,2 Cent pro Liter führen werde.
Zum Thema Gentechnik sagte Merkel, sie wolle „bürokratische Hemmnisse“ beseitigen. Schröder warb für eine Wahlfreiheit zwischen gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Bio-Produkten.
Zum Schluss konnten die beiden Kontrahenten noch jeweils ein Schlusswort sprechen. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass Merkels Schlusswort von Ex-US-Präsident Ronald Reagen abgekupfert war.
Insgesamt hat Bundeskanzler Schröder das Duell laut Umfrageergebnissen von Forsa etc., gewonnen. Er wirkte für die Mehrheit der Zuschauer unter anderem sympathischer und glaubwürdiger als seine Herausforderin Angela Merkel.
Rund 20 Mio. Zuschauer verfolgten die Sendung am Sonntag.
Das Duell wurde von der deutschen Welle sogar nach Peking, Buenos Aires oder Riad - im Rundfunk live und im TV zeitversetzt - übertragen.
Für viele der TV-Zuschauer war das Duell ein entscheidender Schritt zur Entscheidung, bei welcher Partei sie am 18. September im Wahllokal ihr Kreuzchen machen.
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