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Märchenhafter Oktober - Teil 1


20.10.2007 (K. Mechler) Kategorie: Kultur

Bild: www.yatego.com

In der Reihe „Märchenhafter Oktober“ möchten wir Ihnen das Thema Märchen näher bringen. Der erste Teil befasst sich mit der allgemeinen Bedeutung und bekannten Persönlichkeiten in dem Bereich.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Das ist die Zeit für Märchen und Geschichten. Es gibt dabei zwei Arten. Solche, bei denen die Quellen nicht mehr feststellbar sind, und solche, die von bekannten Autoren selbst erfunden wurden.

Die berühmtesten Märchen, wie Dornröschen, Aschenputtel oder Schneewittchen, stammen von Jacob und Wilhelm Grimm. Die Brüder sammelten Anfang des 19. Jahrhunderts bis dahin nur mündlich überlieferte Erzählungen und Geschichten. Zu dem Zweck reisten sie in Deutschland umher und brachten zu Papier, was die Menschen zu berichten hatten. Die Gebrüder Grimm erfanden also selbst keine Märchen. Sie legten vielmehr Wert darauf, nichts an der ursprünglichen Handlung zu verändern. Der Grund dafür war, dass sie in den Geschichten einen Spiegel der deutschen Kultur sahen, die sie erforschen und erhalten wollten. So konnten sie über 200 Märchen für die Nachwelt bewahren.

Hans Christian Andersen dagegen, der etwa zur gleichen Zeit lebte, dichtete selbst. Er bediente sich dazu oft an Motiven aus seinem eigenen Leben. So verarbeitete er seine unerfüllte Liebe zu einer bereits vergebenen Frau in dem Märchen von der kleinen Meerjungfrau. Das ist ein Beispiel dafür, dass es nicht immer ein „Happy End“ gibt. Die Prinzessin der Ozeane wird von ihrem geliebten Prinzen verschmäht und verwandelt sich in einen Luftgeist, der über die Menschen wachen soll. Andersen schrieb mehr als 160 solcher Geschichten. Dazu gehören „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Das hässliche Entlein“ und „Die Schneekönigin“.

Die Zielgruppe beider Märchenarten sind Kinder. Schon die Gebrüder Grimm erkannten den pädagogischen Wert der Erzählungen und sahen in ihrem Werk auch ein „Erziehungsbuch“. Die Geschichten regen die Fantasie an, da Details wie Landschaft oder Tiere nicht genau beschrieben werden. Sie befassen sich mit den Ängsten kleiner Kinder, mit Riesen, Ungeheuern oder Hexen und zeigen, wie sie bekämpft werden können. Es wird keine heile Welt gezeigt. Gutes und Böses wird aber klar voneinander getrennt und das Ende ist meist positiv oder zumindest gerecht.

Märchen sind daher wichtig für die moralische Prägung und können die geistige Entwicklung fördern. Sie sind aber durchaus auch für Erwachsene geeignet, die im Herzen jung geblieben sind. An kühlen Herbstabenden sind sie der ideale Zeitvertreib für die ganze Familie.

Sie sind jung, schön und tugendhaft, doch vor dem „Happy End“ haben sie meist wenig zu lachen: Märchenprinzessinnen sind das Thema des zweiten Teils der Reihe „Märchenhafter Oktober“.

Was halten Sie vom erzieherischen Wert der Märchen? Welche Rolle spielten sie in Ihrer Kindheit? Teilen Sie uns Ihre Meinung im Life-Go-Forum mit.



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