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Wunschgewicht trotz Erdbeer-Eis und Schokolade


11.09.2005 (J. Brodski) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.lexi-tv.de

Sie haben sich schon unzähligen Diäten unterzogen, haben gehungert bis zum Umfallen und sich monatelang nur von Obst und Gemüse ernährt? Und nichts hat geholfen? Psychologen bieten jetzt die Lösung: Sie fanden nämlich heraus, dass Ekel der beste Weg zum Traumgewicht sei.

Man überzeugte freiwillige Testpersonen, dass sie mit fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Schokolade oder Pommes in der Kinder- oder Jugendzeit schlechte Erfahrungen gemacht hätten und diese absolut abstoßend fänden. Und das Wunder geschah: Beinahe 40 % der Befragten glaubten an diese „Erlebnisse“ und lehnten die Leckereien von nun an ab. (Das Erstaunliche daran: niemand verzichtete auf Schokoladenkekse! Psychologen begründen dies damit, dass Menschen mit diesem Gebäck zu viele schöne Kindheitserinnerungen verbinden, als das man sie von dessen Ekel überzeugen könnte.)

Doch wieso der Ekel? Der britische Forscher Val Curtis und Kollegen von der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin fanden jetzt dank einer weltweiten Internetstudie heraus, dass der Ekel dem Menschen seit Beginn seiner Existenz zugrunde liegt und sich im Laufe der Evolution immer weiter entwickelt hat. Menschen ekeln sich nämlich weitgehend vor Dingen, die eine Bedrohung für ihre Gesundheit darstellen.

Das erklärt auch, warum das Gefühl des Ekels bei Frauen viel ausgeprägter ist, als das der Männer. Denn diese tragen auch die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Kinder. Tatsächlich ekelten sich 98 % der 40.000 Testpersonen eher vor dem Bild einer offenen Wunde, als vor Abbildungen ungeliebter Tiere wie Spinnen oder Schlangen.

Wie an der Studie außerdem erkennbar ist, lässt das Ekelgefühl mit zunehmendem Alter deutlich nach. Dies liegt daran, dass ältere Menschen nicht mehr fortpflanzungsfähig sind und sich daher nicht mehr um die Gesundheit eventueller Nachkommen sorgen müssen.

Mit diesem Projekt haben die britischen Wissenschaftler auch bewiesen, dass Körperflüssigkeiten Verwandter bei Menschen viel weniger Abscheu hervorrufen als die Fremder. Körperflüssigkeiten nicht verwandter Personen könnten unbekannte Krankheitserreger in sich tragen, gegen die es schwerer fällt sich zu wehren, als gegen Krankheitserreger aus dem unmittelbaren Umfeld.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten Val Curtis und Co. in der britischen Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society“: Biology Letters. Aber Achtung, liebe Leute, freut euch nicht zu früh. Die Methode der Abnahme durch Ekel ist noch nicht erprobt und wird vermutlich erst in ferner Zukunft allgemein anwendbar sein.



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