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Deutschlands Landschaften Teil 3: Die Mittelgebirge Harz und Eifel


09.11.2007 (J. Richter) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.nationalparktor.de

Deutschland ist vielfältig und sehenswert, das haben die ersten beiden Teile dieser Landschaftsserie schon unter Beweis gestellt. In Teil 3 bis 5 wird nun eine Auswahl der deutschen Mittelgebirge vorgestellt werden. Bei den beschriebenen Gegenden soll das Augenmerk auf dem liegen, was für die ausgewählte Region charakteristisch ist und sie besonders geprägt hat.

Der Harz: Unruhige Geschichte

Wer sich die geologische Struktur des Harzes zu Gemüte führen möchte, der sollte dafür ausreichend Zeit einplanen. Denn sein vielfältiger und komplizierter Bau macht den Harz zu einer Besonderheit auf diesem Gebiet. Verantwortlich für seine komplexe Geologie sind tektonischen Bewegungen, die das Mittelgebirge entstehen ließen und formten. Die Kräfte aus dem Erdinneren, ausgelöst durch den Druck verschiedener Erdplatten aufeinander, haben die Gesteinschichten herausgehoben.

Durch den wechselnden geologischen Untergrund konnte eine überaus vielfältige Landschaft entstehen. Die Flussläufe des Harzes konnten insbesondere vom Nordrand her enge und felsige Täler auswaschen. Im Süden dagegen verschwinden die Flüsse in der durchlässigen Schicht des sogenannten Zechsteingipses. Für das Auge bleibt nur noch ein ausgetrocknetes Flusstal an der Oberfläche zurück. Der geologische Untergrund hat sich während der erdgeschichtlichen Periode des Zechsteins vor mehr als 250 Millionen Jahren gebildet. Zu dieser Zeit bedeckte ein Ozean ganz Nordeuropa. Nachdem sich das Meer zurückgezogen hatte und verdunstet war, blieben die Substanzen, die vorher im Meerwasser gelöst waren, als feste Bestandteile übrig. Auf diese Weise entstand auch der Zechsteingips.

Durch die hohe Lösungsanfälligkeit des Gipses haben sich außerdem zahlreiche Hohlformen und Höhlen gebildet, die sich in einer Führung besichtigen lassen. Dagegen ist die berühmteste Erhebung des Harzes wohl der sagenumwobene Brocken. Auf den Höhen des Granithärtlings sollen der Überlieferung nach das Brockengespenst umhergehen und in der Walpurgisnacht die Hexen tanzen. Durch Goethes „Faust“ fand dieser Schauplatz Eingang in die europäische Weltliteratur.

Die Eifel: Explosive Angelegenheit!

Die Eifel gehört geologisch gesehen dem weitaus größeren Komplex des Rheinischen Schiefergebirges an. Sie besitzt eine ganz spezielle Eigentümlichkeit: Aufgrund starker vulkanischer Tätigkeit, die schon vor Millionen von Jahren begann, haben sich in der Eifel zahlreiche kreisrunde Maare gebildet. Entstanden sind sie durch vulkanische Gasexplosionen. Im Laufe der Zeit füllten sich die Explosionstrichter mit Wasser und bildeten so kleine Seen. In dieser Form sind sie bis heute erhalten geblieben.

Ein besonders sehenswertes Überbleibsel der einst regen vulkanischen Aktivität in der Eifel ist der Laacher See. Nahezu vollkommen rund liegt er inmitten von Felder und Waldgebieten. Weniger beschaulich ist jedoch seine Historie. Vor 12.900 Jahren brach der Laacher-See-Vulkan zum letzten Mal aus und schleuderte Unmengen vulkanischer Gesteine und Asche in die Luft. Insbesondere der mit luftgefüllten Hohlräumen durchsiebte, leichte Laacher Bimsstein flog viele hundert Kilometer weit und lässt sich sogar in Schweden nachweisen. Auch heute noch steigen Gase aus der Uferzone des Laacher Sees auf. Unter der Wasseroberfläche scheint es zu blubbern und zu sprudeln. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die vulkanische Aktivität der Eifel noch lange nicht abgeschlossen ist.

Neben Harz und Eifel kann Deutschland noch mit zahlreichen anderen sehenswerten Mittelgebirgen aufwarten. Deshalb werden im nächsten Teil der Artikelreihe die Gegebenheiten des Thüringer Waldes und des Erzgebirges vorgestellt.



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