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Das Hotel für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) kann gebucht werden. Die Nationalmannschaft hat bereits am 13. Oktober 2007 die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 geschafft. Zu diesem Zeitpunkt hatte außer den beiden Gastgebern Österreich und Schweiz kein anderes Land das EM-Ticket sicher. Daraus allerdings einen automatischen Anspruch auf den Titel abzuleiten, scheint verfrüht. Der schwache Auftritt der DFB-Elf beim 0:3 in München gegen Tschechien war vielleicht ein Dämpfer zur rechten Zeit. Spätestens jetzt ist jedem Fan und der Mannschaft wohl klar, dass es bis zur EM im nächsten Jahr noch viel zu tun gibt.
Wo also steht die Mannschaft ein gutes halbes Jahr vor dem Anstoß zum größten Fußball-Ereignis Europas? Im ersten Teil der zweiteiligen Serie gibt Life-Go einen Überblick über das Gesamtkonzept der deutschen Nationalmannschaft.
Unstrittig ist, dass der deutsche Fußball auf Länderebene auf einem guten Weg ist. Alle, die befürchtet hatten, dass die Nationalmannschaft nach dem Sommermärchen 2006 wieder in alteingesessene Strukturen zurückfallen würde, sind eines besseren belehrt worden. Bundestrainer Joachim Löw, der im Juli des letzten Jahres die Nachfolge des WM-Helden Jürgen Klinsmann angetreten hatte, hat den erfolgreichen Weg konsequent fortgesetzt. Anders als in früheren Tagen ist endlich ein Konzept zu erkennen. Die Philosophie besteht darin, attraktiven Offensivfußball zu spielen, der das Publikum begeistert. Die Spieler kommen gern zur Nationalmannschaft und übertragen diese Freude auf den Platz. Die Zeiten, in denen die Nationalmannschaft für die Spieler eine lästige, meist erfolglose Pflicht war, sind endgültig vorbei. Es ist gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die sowohl die Mannschaft, als auch die Fans wieder neu motiviert hat.
Die positive Gesamtentwicklung des letzten Jahres ist aber natürlich nicht allein dem Bundestrainer zu verdanken. Joachim Löw hat ein Team um sich herum, das akribisch am Gesamtkonzept der Nationalelf arbeitet. Co-Trainer Hans-Dieter Flick ist, wie einst Joachim Löw unter Jürgen Klinsmann weit mehr als der klassische Assistent. Er ist genau wie Torwart-Trainer Andreas Köpke in die taktische und sportliche Arbeit in allen Belangen eingebunden. Team-Manager Oliver Bierhoff hält organisatorische Aufgaben von der sportlichen Leitung fern und kümmert sich darum, dass die Philosophie außerhalb des Trainingsplatzes so umgesetzt wird, wie es der Bundestrainer vorgibt.
Sowohl die eigenen, als auch vor allem die gegnerischen Spieler und Teams werden penibel von einem Team um Spielerbeobachter Urs Siegenthaler beobachtet und bis ins kleinste Detail ausgewertet. So hat etwa jeder Nationalspieler aus dem breiten Kreis kürzlich eine individuell zusammengestellte DVD erhalten, auf der die eigenen Stärken und Schwächen analysiert werden. Ein danach zusammengestelltes Programm erläutert, wie sich jeder einzelne Spieler bis zur EM in welchen Bereichen weiterentwickeln soll.
Die erstklassige medizinische Abteilung um Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hat seit Jahren einen in Deutschland einzigartigen Ruf unter Sportlern. Sogar den Koch der Nationalmannschaft hat Joachim Löw nach seinen Vorstellungen ausgesucht und eingestellt. Holger Stromberg soll mit seiner Küche neben der Fitness, vor allem auch auf die Zufriedenheit der Spieler mit dem Essen achten, die nicht unwesentlich zur mentalen Stärke einer Mannschaft beitragen kann. Ein solches teambildendes Gesamtkonzept, das weit über die übliche Arbeit auf dem Spielfeld hinausgeht ist in Europa einmalig, findet aber immer mehr Nachahmer.
Selten waren sich die Funktionäre innerhalb des DFB so einig, wie in diesen Tagen. Der Vertrag mit Joachim Löw, der nach der EM 2008 auslief, ist gerade vorzeitig bis zur Weltmeisterschaft 2010 verlängert worden. Präsident Dr. Theo Zwanziger ist von einer langfristigen Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer überzeugt. Joachim Löw selbst wollte zunächst nichts überstürzen. Mit den Erfolgen der letzten Monate hatte er alle Trümpfe in der Hand. Es ging ihm dabei nicht um Geld, sondern einzig und allein um Kompetenzen. Er wollte die Zusage, dass er seine Ideologie konsequent von der A-Mannschaft bis in die Jugendbereiche durchsetzen kann.
Der gebürtige Schwabe will den rostigen DFB der letzten Jahrzehnte vollständig reformieren und braucht dazu eine Art Generalvollmacht. Immer wieder betont er, dass er nicht an den aktuellen Ergebnissen, sondern an seinem langfristigen Konzept gemessen werden möchte. Trotzdem sind auch die konstanten Erfolge des letzten Jahres ein Indikator für seine gute Arbeit. Die Spieler jedenfalls sind von Joachim Löw genauso überzeugt wie die Fans in Fußball-Deutschland.
Lesen Sie im zweiten Teil der Serie über die Nationalmannschaft welche Spieler die besten Chancen auf eine EM-Teilnahme haben und auf welchem sportlichen Stand das Team tatsächlich ist.
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