|
Jedes Jahr zur Herbst- und Winterzeit ist es wieder so weit: Die Nasenschleimhaut ist geschwollen und die Nase verstopft. Zu diesem Zustand gesellen sich meist Husten und Halskratzen, manchmal auch eine erhöhte Körpertemperatur. Dazu kommt das klägliche Gefühl, mit dem Schädel hinter dicken Glasscheiben zu sitzen und von der Umgebung nur die Hälfte wahrzunehmen. Der Geruchssinn scheint abhanden gekommen zu sein und das Essen keinen Geschmack mehr zu haben. Jeder Happen, der den geröteten Rachen passiert, fühlt sich im Hals wie Schmirgelpapier an. Doch wie lautet eigentlich die korrekte Bezeichnung für die Erkrankung, die solche Symptome verursacht? Grippe, Erkältung oder grippaler Infekt? Wo liegen eigentlich die Unterschiede? Mit diesen Fragen wird sich der Artikel auseinandersetzen und darauf Antworten geben.
Unterschiedlicher Verlauf von Erkältung und Grippe
Auch wenn es für die Erkrankten zwischen Bergen von Taschentüchern untertrieben klingt, meist handelt es sich bei den Beschwerden nur um eine Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet und durch Viren übertragen wird. Sie beginnt oft schleichend mit einem leichten Kratzen im Hals. Dazu kommen später Schnupfen, Husten und seltener auch eine erhöhte Temperatur, jedoch kein hohes Fieber. Die Symptome dauern insgesamt meist nicht länger als sieben bis zehn Tage an. Danach ist die Krankheit vorüber.
Die „echte“ Grippe dagegen ist eine Erkrankung, die vor allem für Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich werden und sogar zum Tod führen kann. Sie wird ebenfalls durch Viren ausgelöst. Während der menschliche Körper aber mit den Erkältungsviren recht gut umgehen kann, fordern die Grippe auslösenden Influenza-Viren das ganze Können unseres Abwehrsystems. Sie führen zu wesentlich heftigeren Krankheitsmerkmalen und schwächen den Erkrankten enorm.
Eine Grippe zeichnet sich durch einen plötzlichen Beginn aus, dem eine rasche Verstärkung der Beschwerden folgt. Insgesamt sind die Krankheitssymptome viel stärker ausgeprägt als bei einer Erkältung. Typisch sind ein trockener und schmerzhafter Husten, heftige Kopf- und Gliederschmerzen und ein starkes Ermattungs- und Krankheitsgefühl, das von hohem Fieber bis 41 Grad Celsius mit Schüttelfrost begleitet wird. Die Erkrankung selbst dauert zwischen sieben und 14 Tagen, aber auch Wochen nach Abklingen der Beschwerden klagen manche Patienten noch über Ermüdungszustände und Kraftlosigkeit.
Ansteckungsmöglichkeiten
Gerade im Winter gibt es häufig regelrechte Erkältungs- und Grippewellen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen werden durch die trockene Heizungsluft die Schleimhäute ausgetrocknet, was sie anfälliger für Infektionen macht. Zum anderen schwächen starke Temperaturschwankungen, wie der Wechsel von warmen geheizten Räumen und der kalten Außenluft, das Immunsystem. Außerdem halten sich Menschen im Winter öfter in geschlossenen Räumen auf, so dass die Erreger leichter von Person zu Person übertragen werden können.
Da beide Krankheiten durch Viren übertragen werden, ist auch die Art der Ansteckung ähnlich. Zunächst ist die Tröpfcheninfektion zu nennen. Beim Niesen, Husten und Sprechen werden von erkrankten Personen Erreger ausgeschieden. Sie gelangen in Gestalt kleiner Sekrettröpfchen in die Luft. Von anderen Personen werden sie dann über die Atemwege aufgenommen, was schließlich zu einer Ansteckung führt.
Eine weitere Form der Übertragung ist die Kontaktinfektion, die auch Schmierinfektion genannt wird. Sie kann einerseits direkt durch Berührung des erkrankten Menschen erfolgen. Daneben ist auch eine indirekte Ansteckung möglich, indem Gegenstände berührt werden, die mit dem Krankheitserreger behaftetet sind (beispielsweise Türklinken).
Der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt bei Erkältungskrankheiten zirka zwei bis fünf Tage, bei einer Grippe zwischen einem bis vier Tagen. Besonders problematisch ist bei der Grippe, dass sie bereits einige Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome ansteckend ist. Sieben Tage nach Krankheitsbeginn ist die Übertragungsgefahr dann nur noch gering.
Verhalten und Hilfe bei Erkrankung
Wichtig ist, dass sich der Kranke schont, ausreichend schläft und gegebenenfalls sogar völlige Bettruhe einhält. Es ist außerdem empfehlenswert, viel zu trinken. Zum einen verflüssigt sich dadurch der zähe Schleim und kann so leichter beseitigt werden. Zum anderen ist besonders bei hohem Fieber eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, denn durch das Schwitzen bei stark erhöhter Temperatur verliert der Körper viel Wasser.
Bei starkem Schnupfen können abschwellende Nasensprays verwendet werden. Das kann besonders für die Nacht sehr hilfreich sein, um im Liegen frei atmen zu können. Allerdings sollten sie nicht länger als an fünf aufeinanderfolgenden Tagen verwendet werden, da die Schleimhäute sich sonst daran gewöhnen und das Gefühl einer freien Nase sich dann auch im gesunden Zustand nur noch nach dem Gebrauch von Nasenspray einstellt. Auf Antibiotika kann weder bei Erkältung noch bei einer Grippe zurückgegriffen werden, denn sie wirken zwar gegen bakterielle Infektionen, gegen Viren sind sie jedoch machtlos.
Um das Risiko sich zu infizieren so gering wie möglich zu halten, hilft häufiges und gründliches Händewaschen. So kann die Wahrscheinlichkeit für eine indirekte Kontaktinfektion gesenkt werden. Zum Schutz vor einer Grippe-Ansteckung ist eine Impfung möglich, die aber jährlich wiederholt werden muss, wenn sie wirksam bleiben soll. Vor allem für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann eine Grippeimpfung empfehlenswert sein. Sie sollte aber im Vorhinein mit dem Hausarzt besprochen werden.
Weitere Informationen zur Grippeimpfung enthält der Artikel „Grippeimpfung – Schutz vor einer tödlichen Krankheit“.
|