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Und der Nobelpreis geht an ... (Teil 1)


23.11.2007 (J. Wagner) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.dw-world.de

Im Oktober war es wieder so weit. In der Hauptstadt Schwedens, Stockholm, wurde bekannt gegeben, wer die diesjährigen Nobelpreise erhält. In zwei Artikeln möchten wir die Preisträger und ihre Leistungen vorstellen. Dabei handelt es sich in Teil 1 um die drei Humangenetiker Mario Capecchi, Oliver Smithies und Martin Evans. die den Nobelpreis für Medizin erhalten. Außerdem erklären wir kurz die Entdeckung der beiden Physik-Nobelpreisträger Albert Fert und Peter Grünberg.

Medizin

Mario Capecchi wurde am 6. Oktober 1937 in Verona, Italien, geboren. Im Jahr 1946 wanderte er mit seiner Mutter in die USA aus, wo er Physik und Chemie studierte. Gegenwärtig arbeitet Mario Capecchi an der Universität von Utah. Der gebürtige Brite Oliver Smithies wurde am 23. Juli 1925 in Halifax, West Yorkshire, geboren. Doch auch er siedelte in die USA, wo er derzeit an der Universität von North Carolina tätig ist. Der am 1. Januar 1941 in Stroud, Gloucestershire, geborene Martin Evans stammt ebenfalls aus Großbritannien. Er verließ als einziger nicht sein Land und studierte an der Universität in Cambridge. Heute forscht Martin Evans an der britischen Universität Cardiff.

Bereits im Jahr 2001 erhielten die drei Wissenschaftler die höchste medizinisch-wissenschaftliche Auszeichnung der Vereinigten Staaten, den Lasker-Preis. In diesem Jahr wurden sie nun mit dem Nobelpreis für ihre Forschungen ausgezeichnet. Speziell ging es dabei um die Erkenntnisse bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen. Außerdem machten sie wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der DNA-Rekombination von Säugetieren.

Die Forschungen von Capecchi, Evans und Smithies bilden die Grundlage für das sogenannte Gene-Targeting bei Mäusen. Die Technik erlaubt es, „Knockout-Mäuse“ zu züchten. Das sind Tiere, die Mutationen in jedem beliebigen Gen haben können. Dadurch ist es möglich, bestimmte Krankheiten des Menschen zu erforschen und deren Entwicklung besser zu verstehen. Beispiele dafür sind Diabetes, Herzkrankheiten aber auch Krebsleiden.

Physik

Peter Grünberg trat 2004 in den Ruhestand, arbeitet aber immer noch als Gast am Forschungszentrum Jülich im Institut für Festkörperforschung. Er ist am 18. Mai 1939 in Pilsen geboren, wurde jedoch im Alter von sieben Jahren aus der Tschechoslowakei vertrieben. Herr Grünberg studierte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main und an der Technischen Universität Darmstadt.

Sein französischer Kollege Albert Fert wurde am 7. März 1938 in Carcassonne geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der École Normale Supérieure in Paris. Seit 1976 ist er Professor an der Université Paris, wo er auch promovierte.

Albert Fert und Peter Grünberg wurden ebenfalls schon früher zusammen ausgezeichnet. Erst im Januar dieses Jahres erhielten sie gemeinsam den Japanischen Forschungspreis. Der Nobelpreis sowie auch der Forschungspreis würdigen ihre Entdeckung des Riesenmagneto-Widerstands, kurz GMR-Effekt genannt.

Die beiden Physiker entdeckten den physikalischen Effekt 1988 unabhängig voneinander. Sie beobachteten, dass sich der elektrische Widerstand dünner Schichten unter dem Einfluss eines schwachen äußeren Magnetfeldes ändert. Die Entdeckung ermöglichte es, die Speicherkapazität von Computerfestplatten deutlich zu erhöhen. Ihr sind zum Beispiel die Giga-Byte-Festplatten zu verdanken, ohne die sich der PC-Benutzer heute keinen Computer mehr vorstellen könnte.

Die Vergabe der Nobelpreise erfolgt traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Albert Nobel. Er ist der Stifter des Preises und gemäß seinem Testament wurde vier Jahre nach seinem Tod die Nobel-Stiftung gegründet. Gewürdigt werden die bedeutendsten Leistungen in den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur sowie Friedensbemühungen. In den genannten Disziplinen gilt der Nobelpreis als die höchste Auszeichnung.

Im nächsten Artikel stellen wir die Literatur-Nobelpreisträgerin Doris Lessing sowie Gerhard Ertl, der den Nobelpreis für Chemie erhält, vor. Desweitern beschäftigen wir uns mit Albert Arnold Gore und dem Uno-Klimarat, die für ihre Bemühungen zum Klimaschutz ausgezeichnet werden.



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