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Der „Killer“ ist zurück: Ivan Klasnic gibt sein Comeback für Werder Bremen
26.11.2007 (P. Laux)
Kategorie: Sport
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Damit hat sicherlich nicht jeder gerechnet: Der Angreifer Ivan Klasnic vom Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen kann zumindest fürs Erste wieder hochklassigen Fußball spielen. Am 30. Oktober 2007 kam der Kroate im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli nach über zehnmonatiger Pause wieder zum Einsatz. Allerdings spielte er zunächst für die Amateurmannschaft Bremens. Das tat seiner Freude freilich keinen Abbruch. Mit den Worten „Wenn ich nicht hätte spielen müssen, hätte ich wohl geweint.“ verschaffte Ivan Klasnic laut der Webseite Werder Bremens seinen Glücksgefühlen Ausdruck.
Der 27-jährige kroatische Nationalstürmer hat eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich. Im Januar dieses Jahres verkündete der Anwalt des Spielers, Klaus-Peter Horndasch, dass Ivan Klasnic an einer Niereninsuffizienz leide. Dabei handelt es sich um ein chronisches Nierenversagen, bei dem die Funktionsfähigkeit des Organs mit zunehmender Krankheitsdauer abnimmt. Eine Transplantation ist deshalb oft unerlässlich. So war es auch im Falle des Angreifers von Werder Bremen.
Die erste Nierentransplantation schlug jedoch fehl. Das von der Mutter gespendete Organ wurde vom Körper abgestoßen. Die bange Frage, ob schnell eine weitere geeignete Spenderniere gefunden werden könne, stand in der Öffentlichkeit einige Zeit im Raum. Im März konnten die Fans des Stürmers jedoch aufatmen. An der „Medizinischen Hochschule Hannover“ gelang die erfolgreiche Transplantation einer Organspende des Vaters.
Nun begann für Ivan Klasnic eine lange Phase der Regeneration. Früh kündigte er aber an, dass sein Ziel sei, möglichst bald wieder mit den Profis zu trainieren und sein Comeback als Spieler zu geben. Zunächst musste sich der Kroate jedoch in Zurückhaltung üben. Beim Training hatte er zu Beginn stets darauf zu achten, einen bestimmten Puls nicht zu überschreiten. So absolvierte er zunächst sich langsam steigernde Laufeinheiten. Auch die Nierenwerte des Spielers standen unter ständiger Beobachtung. Dabei wurde Ivan Klasnic vor allem von Werder Bremens Reha-Trainer Jens Beulke geholfen, der ihn intensiv betreute.
Die lange Vorbereitung zeigt nun erste Erfolge. Kurz nach dem Pokalspiel gegen St. Pauli lief Klasnic auch in der Regionalliga Nord gegen Energie Cottbus 2 auf. Am 14. Spieltag der 1. Fußballbundesliga stand er wegen der Ausfälle der Stürmer Hugo Almeida und Boubacar Sanogo sogar in der Startformation der Profimannschaft von Werder Bremen. Mit einem speziellen Nierenschutzgurt ausgestattet, möchte der Kroate sich langsam wieder dauerhaft in dessen Stammformation spielen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist ihm gelungen.
Wie es mit der Karriere des Stürmers weitergeht, bleibt abzuwarten. Nur wenigen Sportlern gelang nach einer Nierentransplantation die dauerhafte Rückkehr in den professionellen Sport. In Deutschland existiert kein vergleichbarer Fall. Allerdings gibt es auch Beispiele, die Mut machen. So gelang es dem amerikanischen Basketballspieler Alonso Mourning mit einer Spenderniere in der „National Basketball Associaton“ (NBA) weiterzuspielen.
Dennoch will der Verein Werder Bremen mit Ivan Klasnic behutsam umgehen und ihn auf keinen Fall überlasten. Auch wenn seine Fans ihn lieber heute als morgen wieder in der ersten Mannschaft spielen sehen würden. Es bleibt zu hoffen, dass der Stürmer, dessen Torgefährlichkeit ihm den Spitznamen „Killer“ einbrachte, irgendwann einmal wieder in der Bundesliga auf Torjagd gehen kann.
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