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Märchenhafter Oktober - Teil 5


28.11.2007 (K. Mechler) Kategorie: Kultur

Bild: www.amazon.de

Die Reihe „Märchenhafter Oktober“ befasst sich mit dem Thema Märchen. Aus Gründen der Einheitlichkeit beziehen wir uns dabei ausschließlich auf die Originalversionen. In Teil 4 ging es um Hexen und böse Stiefmütter. Teil 5 behandelt eher unbekannte Märchen.

Wenn die Rede von Märchen ist, fallen sofort Namen wie „Schneewittchen“, „König Drosselbart“ oder „Frau Holle“. Sie sind aber nur ein kleiner Teil der reich bevölkerten Welt, in der das Gute immer über das Böse triumphiert. Auch weniger bekannte Helden haben aufregende und erzählenswerte Abenteuer bestanden.

Im „Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ geht es um einen jungen Mann, der zwar von Herzen gut, aber nicht besonders klug ist. Er ist der Meinung, dass „Gruseln“ ein Beruf wäre, den er erlernen könnte. Zu dem Zweck zieht er in die Welt und kommt dabei in einige unheimliche Situationen, ohne es zu bemerken. Zuletzt gelangt er zu einem verwunschenen Schloss. Der König des Landes hat als Preis für die Erlösung des alten Gemäuers die Hand seiner Tochter ausgeschrieben. Jeder, der das bereits wagte, verlor dabei sein Leben. Weil er die Gefahr einfach nicht begreift, nimmt der unerschrockene Jüngling die Herausforderung an. Drei Nächte lang suchen ihn schreckliche Geister heim. Sogar mit einem Untoten muss er sich herumschlagen. Er übersteht aber alle Widrigkeiten mit wortwörtlich mehr Glück als Verstand. So erlöst er das Schloss, bekommt die Prinzessin und wird danach König.

Das Märchen „Die drei Spinnerinnen“ handelt von einem Bauernmädchen, welches so faul ist, dass zu Hause öfter der Haussegen schief hängt. Die lautstarken Streitereien kommen bald auch der Königin zu Ohren. Dafür schämt sich die Mutter und behauptet, dass ihre Tochter zu fleißig sei und nicht aufhören wolle zu spinnen. Nun muss das Mädchen drei große Kammern voll Wolle verarbeiten. Zum Dank soll sie den Prinzen heiraten. Die Aufgabe wäre jedoch selbst für eine eifrigere Person zu viel. Zum Glück kommen ihr drei merkwürdige Weiber heimlich zu Hilfe. Eine hat einen riesigen Daumen, die nächste einen Plattfuß und die letzte eine Unterlippe, die bis übers Kinn hängt. Die Frauen erledigen die Aufgabe in Rekordzeit und dürfen zum Dank auf die Hochzeit des Mädchens kommen. Dem neugierigen Prinzen erzählen die drei, ihre körperlichen Absonderlichkeiten würden vom vielen Spinnen kommen. Danach muss die junge Prinzessin nie mehr eine Spindel anfassen.

Das folgende Märchen handelt von dem dreizehnten Sohn eines armen Mannes. Bei so vielen Kindern ist nun kein Verwandter mehr übrig geblieben, der Taufpate werden könnte. Daher übernimmt schließlich der Tod die Aufgabe. Durch einen solchen Gevatter, wie man früher die Paten nannte, ist es dem Jungen ein Leichtes genau vorherzusagen, ob ein Kranker sterben wird oder nicht. Deshalb wird er ein bekannter und angesehener Arzt und führt ein vergnügtes Leben. Als Bedingung für seine Tipps verlangt der Tod nur, dass die von ihm getroffenen Entscheidungen ausnahmslos akzeptiert werden. Das befolgt der Arzt auch, doch dann wendet er sich zweimal gegen den Willen seines Gevatters. Zuerst heilt er den König des Lands und danach die Prinzessin. Damit hat er das eigene Leben verwirkt. Das Märchen vom „Gevatter Tod“ ist somit eines der wenigen, bei dem es kein glückliches Ende gibt.

Die kleine, hier präsentierte Auswahl zeigt, dass die Welt der Geschichten und Erzählungen für jeden etwas bereithält. Sogar die Emanzipation ist gebührend vertreten, was Monika Kühn in ihrem Buch „Märchen von starken Frauen“ sehr schön zusammengefasst hat. Wagen Sie doch einfach mal einen Ausflug ins Märchenland und entdecken Sie, was es Ihnen zu bieten hat.

Im Alltag und in der Arbeitswelt heißt es immer wieder, es sei wichtig über den Tellerrand hinaus zu sehen. Das kann auch auf das Thema Märchen bezogen werden: Teil 6 der Reihe „Märchenhafter Oktober“ befasst sich mit Erzählungen aus anderen Kulturen.

Konnten wir Ihr Interesse für die große Vielfalt der Märchenwelt wecken? Kennen Sie vielleicht selbst ein schönes Märchen, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat? Teilen Sie uns Ihre Meinung im Life-Go-Forum mit.



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