|
|
Märchenhafter Oktober - Teil 6
10.12.2007 (K. Mechler)
Kategorie: Kultur
|
|
In der Reihe „Märchenhafter Oktober“ möchten wir Ihnen das Thema Märchen näher bringen. Da es jeweils zahlreiche unterschiedliche Versionen dieser gibt, beziehen wir uns ausschließlich auf die Originaltexte. Teil 5 behandelte eher unbekannte Erzählungen und Geschichten. Das Thema des Teils 6 sind Märchen aus anderen Kulturen.
Nicht nur in Europa werden in geselligen Runden gerne Märchen erzählt. Überall auf der Welt gibt es Geschichten, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend sind. Jede Kultur hat eigene Vorstellungen davon, wo ihre Erzählungen herkommen.
Am berühmtesten sind sicherlich die „Märchen aus 1001 Nacht“. Wer kennt nicht „Aladin“ mit seiner Wunderlampe, „Ali Baba und die 40 Räuber“ oder den „kleinen Muck“? All die Geschichten wurden der Legende nach von der schönen Scheherazade erzählt. Sie war die Gemahlin eines frauenhassenden Sultans, der alle ihre Vorgängerinnen hinrichten ließ. Nacht für Nacht unterhielt sie ihn mit spannenden Märchen. Bei Sonnenaufgang unterbrach sie ihre Erzählungen und beendete sie erst nach Sonnenuntergang. So wollte die Sultansgattin ihren eigenen Tod 1001 Nacht lang hinauszögern. Schlussendlich erweichte sich das Herz des Sultans und die beiden führten fortan ein zweisames glückliches Leben.
Laut der afrikanischen Erzählung die „Märchenschatzkiste“ stammen alle Geschichten vom Himmelsgott Nyami. Der mutige Spinnenmann Anansi wollte die Truhe auf die Erde bringen. Dafür musste er viele schwere Aufgaben bewältigen. Unter anderem sollte er einen gefährlichen Leoparden und eine unsichtbare Fee fangen. Mit Hilfe seiner schlauen Frau gelang es ihm schließlich. Als er die Truhe öffnete, flogen die Märchen heraus und verteilten sich über die ganze Welt.
Auch Amerika ist reich an Geschichten. Um deren Ursprung ranken sich jedoch keine Erzählungen. Die Märchen handeln von der Entstehung der Welt und den Dingen darin. Einige davon erzählen von den Taten des schlauen Kojoten. Er spielt eine zentrale Rolle in der indianischen Mythologie Amerikas. Unter anderem hat der Präriewolf Sternbilder wie den großen Bären aus echten Tieren geschaffen. Über eine lange Leiter aus Pfeilen brachte er sie zum bis dahin noch tiefschwarzen Himmel hinauf. Dort ordnete er sie nach seiner Vorstellung. Er wollte sich damit selbst ein Denkmal setzen. Zusätzlich beauftragte er den Wiesenstärling, einen Singvogel, die Geschichte zu bewahren. Noch heute zwitschert er das Märchen vom Kojoten, der die Sterne aufgestellt hat.
Die Erzählungen und Geschichten geben einen interessanten Einblick in fremde Kulturen. Bemerkenswert ist dabei, dass trotz der vielen Unterschiede doch zahlreiche Gemeinsamkeiten bestehen. Überall auf der Welt ist die Vorstellung von dem, was richtig und was falsch ist, sehr ähnlich. Meist setzt sich am Ende die Gerechtigkeit durch und die Bösen erhalten ihre verdiente Strafe.
Märchen und Advent gehören einfach zusammen. Es gibt aber einige Geschichten, die besonders besinnlich sind. Weihnachtsmärchen sind das Thema des Teils 7 der Reihe „Märchenhafter Oktober“. Er wird gleichzeitig den Abschluss unserer Reihe bilden.
Welche Märchen aus anderen Ländern kennen Sie bereits? Eignen sie sich, um einen Einblick in fremde Kulturen zu erhalten? Teilen Sie uns Ihre Meinung im Life-Go-Forum mit.
|
|