|
Pünktlich zum Weltklimatag am 8. Dezember 2007 veranstalteten 80 Organisationen, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Greenpeace und WWF, gemeinsam die Aktion „Licht aus!“. Unterstützt wurden sie dabei vom Fernsehsender Pro 7, Google und der Bild-Zeitung. Städte wie Paris, Sydney, London und San Francisco haben es 2007 bereits vorgemacht. Sie alle haben in voneinander unabhängigen Aktionen für eine Stunde das Licht gelöscht.
Nun war schließlich ganz Deutschland dazu aufgerufen, um 20 Uhr für fünf Minuten das Licht auszuschalten. Zahlreiche deutsche Städte haben sich mit über 250 Gebäuden an der Aktion beteiligt. Unter ihnen waren das Brandenburger Tor in Berlin, der Kölner Dom, das Schloss Neuschwanstein, das Hamburger Rathaus und der Frankfurter Römer. Da das Ereignis von einer ausgedehnten Werbekampagne begleitet worden war, schlossen sich auch mehrere Millionen deutsche Privathaushalte an. Österreich und die Schweiz betätigten den Lichtschalter mit Deutschland zeitgleich.
Im Vorfeld der Veranstaltung wurden jedoch auch Bedenken und Kritik laut. Besonders die Stromversorger RWE, Vattenfall und E.ON hatten darauf aufmerksam gemacht, dass es durch das zahlreiche gleichzeitige An- und Ausschalten des Lichts zum Zusammenbruch des Netzes und damit zu Stromausfällen kommen könnte. Der Experte Hans-Jürgen Haubrich, Leiter des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, bestätigte die Sorge. Er hatte berechnet, dass die kritische Teilnehmerzahl der Aktion bei zehn Millionen Haushalten liege.
Allerdings konnte von den Netzbetreibern bald Entwarnung gegeben werden. Es hätte zwar gewisse Stromschwankungen gegeben. Die seien aber dank der Zusammenarbeit der europäischen Kraftwerke ausbalanciert worden. Der nordostdeutsche Versorger Vattenfall hatte in seinem Netz für die besagten fünf Minuten einen verminderten Stromverbrauch von 250 Megawattstunden festgestellt. Das entspricht in etwa der Stromabschaltung der Stadt Halle.
Wie viele Haushalte tatsächlich an der Aktion teilgenommen haben, ist unklar. Schätzungsweise seien aber insgesamt 1.000 Megawattstunden weniger verbraucht worden, so die Veranstalter. Im Vergleich mit dem für 2006 festgestellten Jahresverbrauch der Deutschen an Strom, der ganze 540 Millionen Megawattstunden betrug, fällt das kaum ins Gewicht. Allerdings sei das Ziel auch nicht gewesen Strom einzusparen, sondern vielmehr ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen.
Darüber hinaus sollte die Aktion an alle Politiker appellieren, sich mehr für die Erhaltung des Weltklimas einzusetzen. Die Veranstalter wollten deshalb ein Signal nach Bali (Indonesien) schicken, wo zeitgleich der 13. Klimagipfel der Vereinten Nationen stattfand. Politiker und Experten aus über 180 Ländern hatten dort über ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls beraten, das 2012 ausläuft.
Nach der deutschen Veranstaltung ist die weltweite Klimakampagne aber keineswegs beendet. Im Frühjahr 2008 soll sie in den USA fortgesetzt werden. Dann wollen New York, Los Angeles und Las Vegas unter dem Motto „Lights out America“ dem Beispiel ihrer Vorgänger folgen.
Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Was halten Sie von der Aktion „Licht aus!“? Haben Sie selbst daran teilgenommen? Hier geht es zur Diskussion und Umfrage im Life-Go-Forum.
|