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Bei den meisten Rohstoffen, die für das wirtschaftliche Wachstum eines Landes wichtig sind, handelt es sich um nicht-erneuerbare, fossile und minerale natürliche Ressourcen. Die natürlichen Vorkommen der fossilen Energieträger Öl und Gas sowie der Mineralien Eisenerz, Kupfer und Zinn sind demnach begrenzt. Auch beim lebenswichtigen Element Wasser sind die Reserven knapp. Sie alle neigen sich im Zuge des rasant ansteigenden weltwirtschaftlichen Wachstums dem Ende zu. Es stellen sich dringende Fragen: Welche Rohstoffe sind knapp, welche am begehrtesten und wie steht es in Zukunft um die Rohstoffversorgung? Nachdem im zweiten Teil der Life-Go-Artikelreihe „Rohstoffe und ihre Bedeutung im 21. Jahrhundert“ der Frage nach der Zukunft der Kupfer- und Silberversorgung nachgegangen wurde, soll es hier um das Element Wasser gehen.
Der Umgang mit Wasser ist in den meisten Industrieländern von Sorglosigkeit und Selbstverständlichkeit geprägt. Kaum jemand ist sich der Tatsache bewusst, dass es sich hierbei um ein knappes Gut handelt. Von den 70 Prozent der kostbaren Ressource, die den Planeten Erde bedecken, bestehen nur drei Prozent aus Süßwasser. Davon sind wiederum zwei Drittel in Gletschern und Polkappen gespeichert. So gering die Kapazitäten auch sind, der Verbrauch steigt unablässig.
Ein Deutscher nutzt täglich 127 Liter. US-Amerikaner bringen es auf die doppelte Menge. Unabhängig von dem persönlichen Nutzungsverhalten gibt es weitere Faktoren, die den Wasserverbrauch bestimmen. Dazu zählt vor allem die Landwirtschaft, welche „Hauptkonsument“ des Rohstoffes ist. Besonders feuchtigkeitsbedürftige Pflanzen, wie Baumwolle, Reis und Zuckerrohr, die in Ländern mit nicht ausreichendem Niederschlag angebaut werden, bedürfen großer Mengen an zusätzlicher Flüssigkeit. So werden für die Herstellung eines 200 bis 300 Gramm leichten Baumwoll-T-Shirts 20.000 Liter benötigt, bis es in den Handel gelangt.
Schlechte Bewässerungsanlagen durch die ein großer Anteil des Rohstoffes verdunstet, tragen ein Übriges zu dem hohen Verbrauch in der Landwirtschaft bei. Ein weiteres Problem existiert vor allem in Entwicklungsländern und strukturschwachen, ländlichen Gebieten von Schwellenländern. Dort fehlen flächendeckende Abwassersysteme und Kläranlagen. Somit ist die Wiederverwertungsrate des kostbaren Gutes zu gering.
Heute besitzen mehr als eine Milliarde Menschen keinen oder einen ungenügenden Zugang zu dem wertvollen Element. Von den Betroffenen leben die meisten in Ländern der Dritten Welt. Die Situation könnte sich bei gleich bleibendem Verbrauch und einer wachsenden Weltbevölkerung derart verschlechtern, dass es im Jahr 2025 fast drei Milliarden Menschen an der wichtigen Ressource mangeln würde. Daher setzte sich die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) auf dem 2002 in Johannesburg statt findenden Weltgipfel „World Summit“ über Nachhaltigkeit zum Ziel, bis 2015 die Anzahl der Menschen ohne Trinkwasserzugang zu halbieren.
Die zu ergreifenden Maßnahmen orientieren sich an zwei Gesichtspunkten: Zum einen muss weniger von dem Rohstoff verbraucht werden und zum anderen die Nutzung nachhaltiger gestaltet werden. Letzteres bedeutet vor allem das Bilden von Verwertungskreisläufen. Beim Senken des Verbrauchs gehören sparsame Anbau- und Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft zu den wichtigsten Maßnahmen. Weiterhin ist dem Trend, auch in klimatisch ungeeigneten Gebieten feuchtigkeitsbedürftiges Gewächs anzubauen, unbedingt ein Ende zu setzen.
Ein nachhaltiger Kreislauf kann durch den Bau von Anlagen zum Sammeln und Reinigen vom genutzten Element bewirkt. Der Ansatzpunkt, Meerwasser zu entsalzen, dient der Erweiterung der verfügbaren Reserven des Rohstoffes. Er ist mit positiven und negativen Aspekten besetzt. Einerseits stünde damit ein größerer Vorrat zur Verfügung, andererseits ist eine Entsalzung technologisch aufwändig, teuer und mit einem hohen Energieverbrauch verbunden.
Zudem stellt sich die Frage der Entsorgung des Endproduktes Salz. Die anfallenden Mengen wären so groß, dass sie nicht komplett – zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie – weiterverwendet werden könnten. Die dargestellten Maßnahmen sind nur ein Bruchteil der Möglichkeiten. Sie können jedoch nur ausgeschöpft werden, wenn die Wasserknappheit als globales und dringliches Umweltproblem wahrgenommen und dementsprechend behandelt wird. Umso kritischer sind daher Projekte zu bewerten, die eine Privatisierung des Rohstoffes und seiner Quellen vor allem in Entwicklungs- oder Schwellenländern anstreben.
Wird Wasser in den betreffenden Staaten zu einem käuflichen Produkt, so ist die Gefahr groß, dass es für ärmere Bevölkerungsteile unerschwinglich teuer wird. So geschehen in Bolivien, wo die Preise für die Wasserversorgung nach der privaten Übernahme durch einen internationalen Konzern drastisch anstiegen. In Brasilien wurden vor allem Quellen des kostbaren Nass zur Handelsware. Die Reserven wurden rücksichtslos ausgebeutet, was zur Folge hatte, dass sich die Qualität des Lebensmittels stellenweise verschlechterte.
Das wertvolle Element darf nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden. Es ist bereits ein knappes Gut, was durch seine verschwenderische Nutzung verstärkt wird. Eine ökonomische „Ausschlachtung“ droht nochmals die Gefahr zukünftiger kriegerischer Konflikte zu erhöhen, wenn sich die Versorgungssituation zunehmend verschlechtert.
Wie können wir den Wassermangel stoppen? Wir laden Sie herzlich ein, mit uns im Life-Go-Forum darüber zu diskutieren!
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