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Weltweit sind circa 250.000 bis 300.000 Kindersoldaten in über 35 Ländern im Einsatz. Hauptsächlich ist Afrika davon betroffen, doch auch in Asien und Lateinamerika werden Kinder gezwungen zu kämpfen. Sie sind meist in offiziellen Armeen oder bewaffneten Oppositionsgruppen und Rebellenverbänden zwangsrekrutiert. In der Demokratischen Republik Kongo zum Beispiel bestehen die Truppen bis zu 60 Prozent aus Minderjährigen. Viele sind nicht älter als zehn Jahre. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle: Sowohl Jungen als auch Mädchen bilden einen festen Bestandteil der militärischen Infrastruktur.
Die Kinder dienen dabei nur als Mittel zum Zweck. Im Bürgerkrieg werden ganze Gemeinschaften zerstört, indem die Minderjährigen gezwungen werden, eigene Dorfbewohner zu erschießen. So wird es ihnen unmöglich gemacht, wieder zu ihren Familien und Freunden zurückzukehren. Doch nicht nur der Kampf steht auf der Tagesordnung. Weil sie minderwertigere Soldaten sind, erfolgt der Einsatz häufig an besonders gefährlichen Stellen. Neben Spionagediensten gehört das Suchen und Legen von Minen zu ihren Aufgaben. Selbst als menschliche Schutzschilde werden die Kinder missbraucht.
Für die Mädchen ist das Leben unter den Soldaten besonders hart. Sie werden nicht nur zum Kämpfen gezwungen, sondern müssen außerdem oft sexuelle Dienste leisten. So sind ungewollte Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten keine Seltenheit – um von den Qualen für die Seele nicht zu sprechen. Der Anteil von Mädchen beträgt teilweise bis zu ein Drittel der Truppe.
Die wenigstens Kinder und Jugendlichen treten den Milizen aus politischer oder religiöser Überzeugung bei. Besonders bei Waisen und Straßenkindern ist die Gefahr groß, dass sie einfach verschleppt werden. Hinzu kommt, dass in einem Land, welches vom Krieg zerrüttet ist, die Menschen meist in katastrophalen Verhältnissen leben. So hoffen manche Jungen und Mädchen in der Armee ein Mindestmaß an Schutz zu finden und eine regelmäßige Mahlzeit zu erhalten. Einige haben zudem Angst vor Übergriffen der Feinde oder vor Strafen und Misshandlungen.
Entgegen der Hoffnungen sieht der Alltag jedoch ganz anders aus. Um die Kinder einzuschüchtern und Gehorsam zu erzwingen, werden sie oft geschlagen oder müssen Grausamkeiten begehen. Beispielsweise sollen sie Altersgenossen töten, die flüchten wollen. Damit wird eine Abstumpfung gegenüber der Kriegsgewalt erreicht. Auch körperlich werden die kleinen Krieger extrem gefordert, da Versorgungsgüter wie Essen, sauberes Wasser oder Medikamente äußerst knapp sind.
Um den Missbrauch von Minderjährigen zu stoppen, haben sich im Zusatzprotokoll vom 12. Februar 2002 zur UN-Kinderrechtskonvention bisher mehr als 90 Staaten verpflichtet, keine Kinder unter 18 Jahren für Kriegseinsätze zu rekrutieren. Der neue internationale Strafgerichtshof in Den Haag ist ebenfalls ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Nach dem Statut des Strafgerichtshofs vom 1. Juli 2002 kann als Kriegsverbrecher verurteilt werden, wer unter 15-jährige rekrutiert.
Auch Hilfsorganisationen wie „UNICEF“ oder „Terre des Hommes“ versuchen seit Jahren die Rekrutierung zu stoppen. Desweiteren setzen sie sich für die Betreuung ehemaliger Kindersoldaten ein. Denn sie haben oft keine Ausbildung und können weder lesen noch schreiben. Außerdem fehlen häufig soziale Kompetenzen, um in einer Gesellschaft friedlich miteinander leben zu können.
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