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„Klimakatastrophe“ bestimmte das Jahr 2007


20.12.2007 (A. Strehle) Kategorie: Kultur

Bild: www.grosseweitewelt.de

„Wir können die Klimakatastrophe nur bekämpfen, indem wir neue Kernkraftwerke bauen.“ „Was müssen die Deutschen tun, um einer drohenden Klimakatastrophe entgegenzutreten?“ „Nichts eint die Welt so sehr wie die
Klimakatastrophe.“ „Was können wir alle gegen die Klimakatastrophe tun?“ „Die Wahrheit ist, dass wir die Klimakatastrophe unserer schönen Sammlung von Phantomen einverleiben müssen.“

Was haben die im Jahr 2007 geäußerten Sätze gemeinsam? Richtig, sie enthalten alle das Wort „Klimakatastrophe“. Am 7. Dezember 2007 wurde es von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden zum Wort des Jahres 2007 gewählt. Der Ausdruck kennzeichne prägnant die bedrohliche Entwicklung, die der Klimawandel nimmt, hieß es in einer Pressemitteilung der GfdS.

Die Wahl ist weder von der Häufigkeit der Wortverwendung abhängig noch ist damit eine Wertung oder Empfehlung durch die Sprachgesellschaft verbunden. Wichtig ist nur, dass der Begriff oder die Phrase für eine bezeichnende Debatte innerhalb des Jahres stehen. Wie sehr die Klimakatastrophe in der Vergangenheit die öffentliche Diskussion bestimmt hat und noch immer bestimmt, zeigen beispielsweise die Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“ des amerikanischen Politikers Al Gore oder die deutschlandweite Aktion „Licht aus!“ vom 8. Dezember 2007.

Auf dem zweiten Platz befindet sich das Wort „Herdprämie“, das der Diskussion um Betreuungsgeld für Eltern mit Kindern entstammt. Den dritten Platz belegt die „Raucherkneipe“, entstanden in der Debatte um ein Gesetz zum Nichtraucherschutz. Der Begriff „Dopingbeichte“, der die Geständnisse mehrerer Radfahrer während der Tour de France 2007 bezeichnet, ist ebenfalls vertreten. Selbst Knut, Lieblingseisbär der Deutschen, hat es in die Top Ten geschafft. Der Ausspruch „Alles wird Knut“ landete auf dem zehnten Platz.

Zuvor hatte die Jury, bestehend aus dem Hauptvorstand und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Gesellschaft, die zehn Wörter des Jahres 2007 aus rund 3.000 Vorschlägen ausgewählt. Die Anregungen kamen unter anderem von Schülern, sprachinteressierten Bürgern sowie Mitgliedern der GfdS.

Das Wort des Jahres wird seit 1972 gewählt, sein Gegenstück, das Unwort des Jahres, seit 1991. Wenn Sie sich nun fragen, welches das Unwort des Jahres 2007 sein könnte, müssen Sie sich noch etwas gedulden. Die Wahl wird nämlich erst Anfang 2008 stattfinden.



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