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Leben hat Gewicht
21.12.2007 (D. Düllmann)
Kategorie: Politik
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Am 13. Dezember 2007 wurde in Berlin von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen und Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Initiative „Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“ vorgestellt. Die Kampagne der drei Ministerien soll aufklären und die Themen Magersucht und Bulimie in die öffentliche Diskussion bringen.
Die Kampagne wurde vor allem auf Grund der neusten Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys, einer Studie des Robert-Koch-Instituts zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen, ins Leben gerufen. Demnach leidet bereits jedes fünfte Kind unter Symptomen einer Essstörung. Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wünschen sich ganze 56 Prozent der 13- bis 14-jährigen dünner zu sein.
Das Problem der Essstörung beginnt oft schon im Kindesalter und ist Ausdruck der Ablehnung der eigenen körperlichen Entwicklung. Vorbilder wie die sogenannten „Magermodels“ und am Computer retuschierte Modelaufnahmen spielen realitätsferne Ideale vor. Durch die in den Medien propagierten, perfekten und makellosen Körper wird die ablehnende Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper verstärkt.
Ziel der Initiative ist unter anderem die frühzeitige Erkennung von Symptomen einer Essstörung. Eltern müssen durch eine umfassende Aufklärung fähig sein rechtzeitig Warnsignale zu erkennen. Leicht zugängliche Informationen über Essstörungen sind daher Voraussetzung. Angebote der Kinder- und Jugendhilfe sollen ebenfalls vorbeugend wirken.
Im Jahr 2008 wird im Auftrag der Bundesregierung ein neuer Kinder- und Jugendbericht erstellt. Er befasst sich erstmals mit dem Thema Gesundheit. Verantwortlich für die Erstellung ist die Sachverständigenkommission, die von Ursula von der Leyen berufen wurde. Das Ziel soll sein Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen für Gesundheitsförderung zu geben. Die Vermittlung gesunder Ernährung, der selbstbewusste Umgang mit dem eigenen Körper und vorbeugende Maßnahmen sollen dadurch verbessert werden.
Langfristig ist die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, um somit Kinder- und Jugendliche vor der Gefahr der Essstörung zu schützen. So wünschen sich die verantwortlichen Ministerinnen, dass zum Beispiel Internetseiten, die den Schlankheitswahn in besonders radikaler Weise propagieren, verboten werden. An die Mode- und Werbebranche wird appelliert, dass sie sich an der Initiative beteiligt. Ein erster Schritt sind Gespräche mit dem Ziel konkrete Vereinbarungen festzulegen, sodass Kindern und Jugendlichen realistische Vorbilder vorgelebt werden.
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