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Todesstrafe in den USA: Ein Ende in Sicht?


25.12.2007 (J. Wixforth) Kategorie: Welt

Bild: www.holzi-freiburg.de

Die Todesstrafe ist und bleibt eines der meistdiskutierten politischen Themen der USA. Nicht erst seit New Jersey im Dezember 2007 als erster Bundesstaat seit 40 Jahren die Abschaffung der Todesstrafe wieder gesetzlich verankert hatte, sind die weltweiten Forderungen nach einem generellen Verbot von Hinrichtungen in den USA lauter geworden.

Nachdem die Tötung von Häftlingen in den USA ab 1972 schon einmal vier Jahre lang landesweit verboten war, hatte das oberste Gericht die Todesstrafe 1976 wieder für zulässig erklärt. Seitdem sind nach offiziellen Angaben im gesamten Bundesgebiet insgesamt 1099 Menschen hingerichtet worden. Die am häufigsten durchgeführten Hinrichtungsmethoden in den USA sind derzeit die Giftspritze und der elektrische Stuhl.

In den vergangenen Monaten hatte es in den USA landesweit eine Grundsatzdebatte über die Todesstrafe gegeben. Der „Supreme Court“, das oberste Gericht der USA, in Washington wird sich im kommenden Jahr besonders mit der Zulässigkeit von tödlichen Injektionen zur Hinrichtung beschäftigen. Anlass waren vermehrte Pannen mit Giftspritzen gewesen, in denen das Gift falsch dosiert wurde. In solchen Fällen ist eine Hinrichtung extrem schmerzhaft und kommt einer grausamen und außergewöhnlichen Strafe gleich, welche die US-Verfassung ausdrücklich verbietet. Der „Supreme Court“ schaltet sich immer dann ein, wenn seine Richter einem Berufungsantrag eine richtungsweisende Bedeutung für die gesamten USA zuschreiben.

Die Giftspritze als Hinrichtungsmethode war in den USA ursprünglich als besonders humane Todesstrafe eingeführt worden. Die tödliche Injektion besteht heute aus drei verschiedenen Stoffen: Ein Narkosemittel sorgt dafür, dass der Hinzurichtende möglichst nichts spürt, ein Lähmungsmittel soll körperliche Zuckungen verhindern und das Salz Kaliumchlorid bewirkt, dass das Herz schließlich aufhört zu schlagen. Während der Tod normalerweise binnen zwei Minuten eintritt, kann sich der Sterbevorgang bei falscher Mischung oder ungenauer Dosierung enorm verlängern und sehr schmerzhaft sein.

Die meisten Bundesstaaten setzen die Vollstreckung von Todesstrafen daher bis zur Urteilsverkündung des obersten Gerichtshofes aus. Seit September 2007 ist lediglich ein Mann in Texas hingerichtet worden. Ob ein mögliches Urteil des obersten Gerichts allerdings weitreichende Einschränkungen der Todesstrafe mit sich bringt, sollte bezweifelt werden. Zunächst sind nun die einzelnen Bundesstaaten gefragt, sich mit dem Thema grundlegend auseinanderzusetzen. Die Durchführung der Todesstrafe in den USA generell zu beenden, wird daher ein langwieriger Prozess werden, der momentan bestenfalls am Anfang steht.



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