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Allabendlich freut sich die Serienfangemeinde in Deutschland: Lost, Grey’s Anatomy, Gilmore Girls, Dr. House und viele andere Fernsehreihen aus den USA sind Quotenrenner auf der Mattscheibe. Doch nun droht ein Aus! Seit Anfang November 2007 streiken die Drehbuchautoren der „Writer’s Guild of America“ (WGA) und fordern mehr Beteiligung an den Milliardenumsätzen der Filmbranche.
Jedes Mal, wenn ein Buch verkauft wird, wird der Schriftsteller dafür bezahlt. Ein Songwriter verdient bei jeder Aufführung und jedem Verkauf seines Songs. Das wollen die Drehbuchautoren für ihre Arbeit ebenfalls. Bisher bekommen sie nur Geld, wenn ihr Material im Fernsehen gesendet oder auf DVD beziehungsweise Video gekauft wird, aber kaum etwas, wenn es im Internet heruntergeladen wird. Eine DVD kostet um die 15 Euro. Von jedem verkauften Silberling bekommt der Autor etwa vier Cent. Den größten Teil streichen die großen Studios für sich ein. Ungerecht finden das die Drehbuchschreiber und wollen dass ihr Anteil verdoppelt wird.
Der zweite Streitpunkt in den Verhandlungen sind die neuen Medien und vor allem die Verbreitung von Filmen und Serien im Internet. Für das einmalige Hochladen eines Videos bekommt der Autor 1,2 Prozent des Gewinns, doch wenn die Show im Internet gekauft wird, bekommen die kreativen Köpfe nichts. WGA-Sprecherin Sherry Goldman erklärt, dass sich die Studiobetreiber damit herausreden, dass sich die Aufführung im Internet doch nur um Werbung handelt und sie kaum daran verdienen.
Da das Internet immer mehr Funktionen des Fernsehens übernimmt, will die WGA, dass es auch gleich behandelt wird. Also soll für jedes Abspielen im Internet der gleiche Preis wie für eine Ausstrahlung im Fernsehen bezahlt werden, also 2,5 Prozent. Die Fronten sind verhärtet und bisher gibt es noch keine Fortschritte. Die Studios glauben, dass sie am längeren Hebel sitzen, und geben daher nicht nach. Doch Anfang Januar 2008 scheint sich das Blatt gewendet zu haben.
Die WGA ist bereit, das erste große Film-Event zu opfern: die Golden Globes, die Preise der Auslandspresse, die am 13. Januar verliehen werden sollten. Die streikenden Autoren haben angekündigt vor dem Beverly Hilton Hotel Streikposten zu postieren. Alan Rosenberg, Präsident der Schauspielergewerkschaft, hat bekannt gegeben, dass sich die Hollywood-Stars mit den Schreibern verbünden und die Streiklinie nicht brechen werden. Statt eines glitzernden Abends soll es nun nur eine Pressekonferenz geben, bei denen die Gewinner bekannt gegeben werden.
Aber nicht nur die großen Highlights in Hollywood sind betroffen. Auch das allabendliche Fernsehprogramm leidet unter dem Streik. Als erstes mussten die Late-Night-Shows die Segel streichen. Moderatoren wie Jay Leno oder David Letterman müssen auf ihre Autoren verzichten, die das aktuelle Tagesgeschehen auf komödiantische Weise in die Sendung einbauten. Letzterer kann sich nun glücklich schätzen, denn sein Produktionsunternehmen hat einen Einzelvertrag mit der WGA abgeschlossen, der alle Forderungen der Drehbuchautoren erfüllt. Die Show kann weitergehen.
Auch das Studio „United Artists“, das von Charlie Chaplin, Mary Pickford, David Wark Griffith und Douglas Fairbanks gegründet und 2006 von Tom Cruise und Paula Wagner übernommen wurde, hat sich mit den Autoren geeinigt. Vor allem von weiteren kleinen Studios wird erwartet, dass sie den Vertragsabschluss der beiden Vorreiter auch übernehmen werden. Die großen Studios lassen es weiterhin auf Konfrontation ankommen.
Doch wie wird es ausgehen? Manchmal kann die Geschichte lehrreich sein und so sollte ein Blick auf das Jahr 1988 geworfen werden. Damals hat die WGA schon einmal gestreikt. Ganze 22 Wochen lang wurde kein Wort in Hollywood geschrieben und am Ende waren die Gewinner die Streikenden.
Was halten Sie von dem Streik? Befürchten Sie, dass Ihre Lieblingsserien bald nicht mehr gesendet werden? Oder finden Sie, dass die Autoren erfüllbare Forderungen stellen und deshalb auch dafür kämpfen sollten? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum!
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