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Liebe Leser, in einer zweiteiligen Serie möchten wir über Gezeitenkraftwerke berichten. Hierzu haben wir Ihnen im ersten Teil nah gebracht wie und wo sie in Zukunft genutzt werden könnten. Im zweiten Teil wollen wir – auf den ersten Text aufbauend – die Vor- und Nachteile der erneuerbaren Energiequelle darstellen, damit Sie sich eine Meinung bilden können. Sollten Sie den ersten Teil noch nicht gelesen haben, möchten wir Ihnen jenen Text zuvor nahe legen.
Auch wenn keine unmittelbare Gefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen von den Gezeitenkraftwerken ausgeht, so bieten sie doch nicht nur Vorteile. Die schon erwähnte Leistungsschwankung ist ein solcher Nachteil. Weiterhin ist der Bau der Anlagen mit hohen Kosten verbunden, da große Dämme und teure Turbinen gebaut werden müssen. So belaufen sich die Kosten für eines der weltweit größten Gezeitenkraftwerke, welches der Energiekonzern E.ON vor der Westküste Englands plant, auf etwa viereinhalb Milliarden Euro. Außerdem ist damit immer ein tiefer Eingriff in die ökologischen Systeme verbunden.
Hinter einem solchen Gezeitenkraftwerk ist zum Beispiel der natürliche Zwölf-Stunden-Zyklus verschoben. Weiterhin wird die Wanderung von Wassertieren aus und in die Bucht behindert. Die Störungen können sich auch auf benachbarte Buchten auswirken. Ein weiteres ökologisches Problem ist die Tatsache, dass Staudämme Erdbeben auslösen können, auch in Gebieten, welche nicht gefährdet sind. Schon der Damm an sich ist ein Risiko, da immer mit einem Bruch gerechnet werden muss. Infolge dessen kann es zum Beispiel zu Überschwemmungen kommen.
Der Mensch ist ebenfalls betroffen. Speziell den Bewohnern, die in der Nähe der geeigneten Gebiete wohnen, droht die Gefahr, umgesiedelt zu werden. Ähnlich der Anlage von Stauseen oder Talsperren wird für den Bau und die Aufstauung des Wassers ein gewisser Raum benötigt. Andererseits sollten die Kraftwerke auch nicht zu weit weg von der Bevölkerung gebaut werden. Die Transportkosten würden sonst so hoch, dass sich der Betrieb der Anlagen nicht mehr lohnt.
Trotzdem sollten die Vorteile nicht aus den Augen verloren werden. Immerhin handelt es sich bei Gezeitenkraftwerken um regenerative Energien. Sie wird also nicht zu Ende gehen. Ein weiterer Vorzug ist, dass kaum Kohlenstoffdioxid und keine Abfälle entstehen. Außerdem ist die Wärmeabgabe an die Umwelt nur gering. So stellt sich die Frage, ob die Umweltbelastung nun insgesamt vertretbar ist oder nicht.
Dennoch werden Gezeitenkraftwerke aufgrund der Probleme und der geringen Zahl an möglichen Standorten in Zukunft wohl nur einen kleinen Teil zur Strombedarfsdeckung beisteuern. Doch es gibt schließlich noch andere alternative Energiequellen wie beispielsweise Wind und Sonne. Mit vielen kleinen Beiträgen gelingt es vielleicht die nicht erneuerbaren Energien Stück für Stück zu ersetzen.
Was halten Sie von Gezeitenkraftwerken? Sind sie als Energiequelle für die Zukunft geeignet oder ist die Umweltbelastung doch zu groß? Schreiben Sie ihre Meinung dazu in das Life-Go-Forum.
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