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Im Mai 2007 zeigten die Reaktionen auf eine Spendenshow im niederländischen Fernsehen, wie ernst das Thema der Organspende ist. Die „Verlosung“ einer Spenderniere unter drei bedürftigen Kandidaten stellte sich schließlich als Bluff heraus. Auf umstrittene Weise erlangte das Thema so neue Beachtung.
Das Problem, auf das die Show aufmerksam machen wollte, ist leider auch in Deutschland nicht neu. Derzeit warten circa 12.000 Menschen auf ein neues Organ. Patienten, die eine neue Niere benötigen, können mithilfe einer künstlichen Blutwäsche (Dialysebehandlung) durchaus zehn Jahre und länger leben. Menschen, die auf ein neues Herz, eine neue Leber oder Lunge warten, haben dagegen nur wenige Wochen. Obwohl 2006 mit 1.259 Spenderpersonen in Deutschland ein neuer Höchststand erreicht wurde, konnte nicht einmal die Hälfte der benötigten Organe zur Verfügung gestellt werden.
Eine Organentnahme nach dem Tod ist dem deutschen Transplantationsgesetz zufolge dann rechtmäßig, wenn sich die betreffende Person zu Lebzeiten schriftlich dazu bereit erklärt hat. Liegt nur eine mündliche oder gar keine Erklärung vor, entscheiden die nächsten Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen über einen Eingriff.
Die Organspende wird von 82 Prozent der Bevölkerung akzeptiert und als eine Notwendigkeit angesehen. Dennoch haben im Jahr 2006 nur 20 Prozent aller potentiellen Spender in Deutschland ihre schriftliche Zustimmung oder mündliche Einwilligung gegenüber ihren Verwandten gegeben. Die Bereitschaft zur Organspende ist bei Menschen, die sich umfassend mit dem Thema beschäftigt haben, tendenziell größer als bei nicht aufgeklärten Personen.
Ein weiterer Grund für den Mangel ist die fehlende Kooperation zwischen Krankenhäusern und der „Deutschen Transplantationsgesellschaft“ (DTG). Letztere ist zusammen mit der „Deutschen Stiftung Organtransplantation“ (DSO) und der Stiftung „Eurotransplant“ für die Bereitstellung und Vermittlung der Organe zuständig. Trotz ihrer Meldepflicht vermitteln nur 45 Prozent der Krankenhäuser potentielle Organspender an die DTG. Das liegt unter anderem daran, dass rund ein Drittel der möglichen Spender als solche nicht erkannt werden.
Die Gründe für Vorbehalte gegen eine Organspende können vielseitig sein. Für einige Menschen ist es wichtig, dass sie in unversehrtem Zustand bestattet werden. Den Wunsch teilen meist auch die Angehörigen der Verstorbenen. Andere wiederum befürchten, dass für potentielle Spender nicht alles medizinisch Mögliche getan werde. Die Ablehnung einer Organentnahme kann ebenfalls schriftlich erklärt werden.
Ist erst einmal eine persönliche Entscheidung gefallen, wird einem die Umsetzung leicht gemacht. Den Organspendeausweis kann sich jeder ganz einfach im Internet herunterladen (www.organspende-info.de). Für das Ausfüllen stehen mehrere Optionen zur Verfügung: Es ist möglich einer Organentnahme ohne Einschränkungen zuzustimmen oder sie ausdrücklich abzulehnen. Bei einer Einverständniserklärung kann zusätzlich angegeben werden, welche Organe verwendet werden dürfen und welche nicht. Danach muss der Ausweis nur noch ausgedruckt und unterschrieben werden.
Das niederländische Fernsehen konnte mit seiner Show eine breite Öffentlichkeit mobilisieren. Kurz nach der Sendung registrierten sich rund 12.000 Personen in der nationalen Organspende-Datenbank. Dort konnten sie angeben, ob sie bereit sind zu spenden oder nicht. Fast alle von ihnen haben sich dafür entschieden. Ob das Echo der Show in Deutschland zur Erhöhung der Spendebereitschaft beigetragen hat, wird der noch ausstehende Jahresbericht der DSO von 2007 zeigen.
Neben der Spende von lebenswichtigen Organen wie Herz, Niere oder Lunge gibt es auch Transplantationen, die aus ästhetischen Gründen durchgeführt werden. Lesen Sie mehr dazu in unserem interessanten Fallbeispiel.
Wie stehen Sie der Organspende gegenüber? Würden Sie sich nach dem Tod unters Messer legen lassen oder nicht? Welche Gründe zählen dabei für Sie? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag im Life-Go-Forum.
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