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Manche Dinge sind unerschwinglich: Die Louis-Vuitton-Handtasche im Schaufenster oder die Manolo Blahniks (Schuhe), die Paris Hilton auf der letzten Party getragen hat. Doch mag sich nicht jeder damit abfinden, dass er nicht die neusten und teuersten Trends der Modedesigner mitmachen kann. Kein Wunder, dass der Markt für Fälschungen boomt.
Das Nachmachen von Produkten, Texten, Liedern oder anderen urheberrechtlich geschützten Werken ist kein neues Übel. Schon in grauer Vorzeit kam es zu Verstößen gegen geistiges Eigentum. Im alten Rom hat Fidentinus die Gedichte des Martial als seine eigenen ausgegeben. Letzterer bezeichnete das als ebenso schweres Vergehen wie den Raub von Kindern und prägte so den noch heute verwendeten Begriff „Plagiat“. Er geht auf den lateinischen Begriff „plagium“ zurück, der soviel bedeutet wie Menschenraub.
Alle Hochkulturen haben die Nachahmung verurteilt. Doch im Barock war es in der Musik durchaus gängig, Teile von Kompositionen Anderer in neue Werke einzubauen, ohne es zu erwähnen oder kenntlich zu machen. Heute muss mit Millionenklagen gerechnet werden, wenn nur ein paar Töne geklaut werden. Doch es ist nicht nur geistiges Eigentum, mit dem sich geschmückt wird. Vor allem das Nachmachen von Markenprodukten schadet der Wirtschaft.
Als „Geißel der globalen Ökonomie“ hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries die ständig wachsende Anzahl an gefälschten Produkten genannt. Markenpiraterie bezeichnet ein solches Vorgehen. Vier verschiedene Formen der Fälschung werden unterschieden. Es gibt die Produkt-Plagiate: Waren, die den echten täuschend ähnlich sind, aber durch kleine Änderungen im Markennamen zu erkennen sind. Sei es nun ein „Chanell“-T-Shirt (richtig: Chanel) oder eine „Hugo Bos“-Hose (richtig: Hugo Boss), die auf diversen Märkten erstanden wurden.
Als sklavische Fälschung werden Dinge bezeichnet, die dem Original bis aufs I-Tüpfelchen gleichen. Es handelt sich um eine exakte Kopie, bei der Name und Verpackung gleich sind. Bei Medikamenten oder Kosmetikartikel stimmen zusätzlich die Inhaltsstoffe überein. Aber ob das wirklich eine Tasche von „Prada“ ist, die Sie für 20 Euro erstanden haben? Der Preis verrät, dass es sich wohl nicht um ein echtes Designerstück handelt.
Identische Verpackung und die Benutzung des Original-Hersteller-Namens machen die klassische Fälschung aus. Meist werden minderwertige Materialien für die Herstellung verwendet. Wenn Sie sich wundern, warum das Krokodil auf Ihrem „Lacoste“-Shirt sich ablöst, könnte es sein, dass Sie das Opfer der modernen Piraten wurden. Bei Produkten im Bereich von Kosmetika und Medikamenten können die schlechteren Inhaltsstoffe sogar gesundheitsschädlich sein.
Die letzte Kategorie ist die der Raubkopie. Hierbei handelt es sich um eine rechtswidrige Kopie des Originals. Dieses Phänomen ist vor allem im Bereich Musik und Film zu beobachten. Die DVD, die Sie an einem Straßenstand für zwei Euro gekauft haben, ist wohl kaum eine echte. Durch neue Technologien wird das Kopieren von CDs und DVDs immer leichter und somit auch die Verbreitung von Raubkopien.
Unsere globalisierte Welt ist besonders von diesem Übel betroffen. Durch die hohe Mobilität und die offenen Märkte können Produkte aus Ländern, die sich nicht viel aus dem Urheberrecht machen, überall hingelangen. An den Grenzen der Europäischen Union werden jährlich etwa 100 Millionen gefälschte Produkte beschlagnahmt, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher vermutet wird. Es werden nur etwa fünf bis zehn Prozent der Waren überprüft. Weltweit entsteht jedes Jahr ein Schaden von 300 Milliarden Euro, davon allein 25 Milliarden in Deutschland. Könnte daher der wirtschaftliche Aufschwung nicht noch größer ausfallen, wenn es eine wirkungsvollere Bekämpfung des Schwarzhandels gäbe?
Wie sieht es in Ihren Schränken aus? Sind Sie auch schon mal in Versuchung geraten und haben ein gefälschtes T-Shirt gekauft? Oder denken Sie, dass es besser ist, immer auf das Original zurückzugreifen? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum!
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