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Nach über 400 Jahren fordert Wales seinen Platz auf der britischen Flagge. Denn während England, Schottland und Nordirland durch die drei Kreuze, den Symbolen der Nationalheiligen, auf dem „Union Jack“ repräsentiert sind, fehlt das Land um Cardiff. Hier gibt es neben Befürwortern natürlich auch zahlreiche Gegner, die hauptsächlich aus dem konservativen Lager kommen. Sie empfinden die Vorstellung eines neuen Flaggendesigns exzentrisch und für manche kommt es sogar einem „Verfassungsvandalismus“ gleich.
Der Widerwille kommt daher, dass die monarchische Flagge schon seit 1606 existiert. Wales war seit 1536 durch den „Act of Union“ mit England vereinigt. Aus diesem Grund kam es 1801, als die endgültige Fahne entworfen wurde, auch zu ihrem jetzigen Aussehen. Zudem hat der „Union Jack“ einen hohen Bekanntheitsgrad. Das kommt unter anderem daher, dass zahlreiche ehemalige Kolonien in ihren Nationalflaggen im vorderen Obereck die britische Flagge enthalten. Das ist zum Beispiel in den Flaggen Australiens, Fidschis und Neuseelands der Fall. Die derzeitige Berühmtheit möchten die „Conservative Party“- Abgeordneten natürlich beibehalten.
Beachtenswert ist allerdings, dass Wales ein Fürstentum ist, das über eine eigene Sprache sowie seit einigen Jahren auch über ein eigenes Parlament verfügt. Parlamentsabgeordnete sehen ihren Landesteil auf der „Union Flag“ nicht ausreichend gewürdigt. Ian Lucas, ein walisischer Politiker, welcher der „Labour-Party“ angehört, sprach sich für ein neues Design aus. Seiner Meinung nach seien viele Bürger unglücklich darüber, dass ihre Flagge in Wirklichkeit nicht das ganze Vereinigte Königreich repräsentiere.
Die walisische Flagge erweist sich allerdings als schwerfällig. Eine Kombination aus dem gelben Kreuz auf schwarzem Grund mit den rot-blauen Farben darzustellen, scheint schwierig zu sein. Ein wahrscheinlicheres Design könnte der „Waliser-Drachen“ in der Mitte des „Union Jacks“ sein. Doch auch diese Lösung hat einen Haken: Das kleine Fürstentum würde damit optisch über England stehen. Die Neugestaltung der Flagge erweise sich als Herausforderung mit zahlreichen Problemen, äußerte Großbritanniens Kulturministerin Margarete Hodge. Sie zeigt aber trotz des historischen Hintergrundes Verständnis für den Wunsch nach einem „Re-Design“. Ihrer Meinung nach sei es eine Chance der Vielfalt des Landes Ausdruck zu verleihen.
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