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Der Sinn und Zweck von Schuluniformen wird in Deutschland immer wieder diskutiert. In Großbritannien ist das Tragen von Uniformen in Schulen ganz alltäglich. In einigen seiner ehemaligen Kolonien, wie zum Beispiel Indien, Australien, Singapur und Neuseeland wurde die Tradition nach der Unabhängigkeit beibehalten. In Südamerika, Japan, Korea und vielen anderen Staaten ist die Bekleidung ebenfalls vorgeschrieben. In der deutschen Geschichte gab es lediglich Schülermützen.
In der heutigen deutschen Gesellschaft lenken Mädchen mit bauchfreien Tops die pubertierenden Jungen vom Lernen ab. Schüler werden auf Grund fehlender Marken-Kleidung gemobbt. Die Lösung für diese Probleme könnten einheitliche Uniformen sein, die gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl stärken würden. In einigen Schulen wurde daher bereits die Einheitskleidung eingeführt. Eine der ersten war die Haupt- und Realschule Hamburg-Sinstorf, die seit 2000 die Schulkleidung zur Pflicht macht.
Die Einführung kann jedoch nicht einfach von einem Schulleiter oder dem Lehrerkollegium festgelegt werden. Der Artikel 2 I Grundgesetz garantiert jedem das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit und damit das Recht auf die freie Wahl der Bekleidung. Schulen oder Behörden haben daher keinen Anspruch auf eine Festsetzung einer Kleiderordnung. Daher müssen die erziehungsberechtigten Eltern die Einführung beschließen. Die Schulelternschaft bestimmt demzufolge über die Verbindlichkeit von Uniformen.
Gegner der Einheitsbekleidung sehen jedoch das Selbstbestimmungsrecht der Kinder gefährdet. Außerdem würde der Konkurrenzkampf nur auf andere Bereiche, wie zum Beispiel Statussymbole wie tragbare Spielkonsolen, verlagert werden. Das Problem, dass einheitliche Schulkleidung gleichzeitig zu einer Abgrenzung zu anderen Schulen führt ist ein weiteres Gegenargument. Vor allem zwischen den Schulformen Gymnasium und Hauptschule könnte unterschiedliche Kleidung Konflikte hervorrufen.
Gießener Unterrichtsforscher der Justus-Liebig-Universität legten Ergebnisse einer beweisenden Studie vor, die sich mit dem Sinn und Nutzen von Bekleidungsvorschriften beschäftigt. Dabei dienten die Schüler der Haupt- und Realschule Hamburg-Sinstorf als Untersuchungsobjekt. Es wurde ein besseres Sozialklima, eine höhere Aufmerksamkeit und ein höheres Empfinden von Sicherheit bei den Schülern, die bereits längere Zeit Schulkleidung tragen, ermittelt. Alle Probleme lassen sich laut den Forschern dadurch aber nicht regeln. So wird durch die Studie nicht belegt, dass die sozialen Unterschiede durch Schuluniformen aufgehoben werden.
Jede Elternschaft der Schule muss selbst entscheiden, ob Schuluniformen zur Problemlösung beitragen. Es sollte jedoch im Bewusstsein bleiben, das vor allem engagierte Lehrer und Eltern, die sich überhaupt den Problemen annehmen, zur Lösung beitragen.
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