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Am 15. Januar 2008 wurde zum 17. Mal das Unwort des Jahres bekannt gegeben. Der Sieger 2007 heißt „Herdprämie“. Der Begriff ist eine Verunglimpfung für die offizielle Bezeichnung „Betreuungsgeld“. Dahinter verbirgt sich die finanzielle Unterstützung für Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen.
Bei der Sprachaktion geht es darum Wörter oder Formulierungen aus öffentlichen Debatten zu finden, die „sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen“, heißt es in einer Erklärung der Initiatoren. Was nun die „Herdprämie“ angeht, so lautet die Begründung der Jury wie folgt: „Das Wort diffamiert Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen.“
In der Diskussion um das Wort des Jahres 2007 wurde die „Herdprämie“ ebenfalls hoch gehandelt. Bei der Wahl, die bereits im Dezember 2007 stattfand, belegte der Ausdruck den zweiten Platz. Mittlerweile sind verschiedene Varianten des Begriffs entstanden. So kursieren unter anderem bereits die Abwandlungen „Aufzuchtprämie“ und „Gluckengehalt“.
Welche Wörter haben es noch unter die Top Drei geschafft? Platz zwei ging an das Wort „klimaneutral“. Es wird verwendet, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen durch die Reduzierung von Emissionen an anderer Stelle ausgeglichen wird. Laut Meinung der Jury verschleiere es jedoch den Versuch, den Flugverkehr und andere CO2-haltige Techniken auszuweiten. Statt die zusätzlich anfallenden Emissionen zu vermeiden, sollen sie durch die Förderung von Klimaschutzprojekten in anderen Bereichen kompensiert werden.
Auf Platz drei der Liste schaffte es der Begriff „entartet“. So hatte der Kölner Kardinal Joachim Meisner in einer Predigt die Kultur bezeichnet, die sich der Gottesverehrung verschließt. Hierdurch wurde eine heftige Debatte ausgelöst, da dem Begriff seit der NS-Zeit eine starke negative Bedeutung anhaftet. Als entartet galten Künstler und deren Werke, die nicht dem nationalsozialistischen Verständnis von Kunst entsprachen und deshalb herabgewürdigt wurden.
Das Unwort des Jahres wurde 1991 von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum ersten Mal gewählt. Seit 1994 ist eine Jury an der Universität Frankfurt am Main dafür zuständig. Zu den vier festen Mitgliedern gehören die Sprachwissenschaftler Nina Janich (Darmstadt), Margot Heinemann (Zittau), Martin Wengeler (Düsseldorf) und Horst Dieter Schlosser (Frankfurt am Main). Hinzu kommen zwei Vertreter aus der öffentlichen Sprachpraxis, die in jedem Jahr neu bestimmt werden. Für 2007 wurden Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung und Sonia Mikich vom WDR in die Jury geholt.
Das Pendant zum Unwort des Jahres stellt das Wort des Jahres dar. Wie der Sieger 2007 lautete, erfahren Sie im folgenden Life-Go-Artikel.
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