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Wissen ist Macht - Wikipedia tritt gegen Brockhaus an (Teil 1)


17.01.2008 (S. Petersohn) Kategorie: Computer

Bild: www.welt.de

Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Wissen ist nicht nur für den wissenschaftlichen Fortschritt, sondern auch für den beruflichen und persönlichen Erfolg ein entscheidender Faktor geworden. Der Zugang zu der wichtigen Ressource ist heute auf vielfältige Art und Weise möglich. Der Wissensdurstige kann entweder auf die klassischen Enzyklopädien, wie Brockhaus, zurückgreifen oder bei der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia das gesuchte Schlagwort in seinen Rechner eingeben. Fraglich ist nur, auf welche Quellen mehr Verlass ist. Das Magazin Stern hat den Test gemacht und den traditionsreichen Brockhaus gegen Wikipedia antreten lassen.

In einem Zweiteiler möchten wir die Gegenüberstellung genauer beleuchten. Dafür geben wir Ihnen in Teil 1 einen kurzen Einblick in das jeweilige Nachschlagewerk – Wikipedia und Brockhaus. Teil 2 soll sich dann mit dem überraschenden Testergebnis auseinandersetzen.

Wikipedia – Das Nachschlagewerk der Moderne

Die beiden sind so unterschiedlich wie sie nur sein können. Wikipedia ist ein vom Internet-Unternehmer Jimmy Wales im Jahr 2001 ins Leben gerufene Projekt. Es erlaubt jedem Nutzer kostenlos Artikel zu diversen Themen einzustellen. Die Einträge unterliegen nur wenigen Grundsätzen. Unumstößlich sind die folgenden: Sie müssen sinnvoll sein im Rahmen einer Enzyklopädie, von einem neutralen Standpunkt aus geschrieben und nachprüfbar sein. Grundsätzlich kann jeder einen bereits geschriebenen Artikel wieder verändern oder überarbeiten. Das Ergebnis wird innerhalb der Nutzergemeinschaft zur Debatte gestellt und gegebenenfalls erneut bearbeitet.

So entsteht eine interaktive Wissensdatenbank, die im deutschsprachigen Bereich mittlerweile circa 700.000 Artikel umfasst. Täglich kommen Hunderte von neuen Texten hinzu. Kritiker zweifeln vor allem die Verlässlichkeit der dargebotenen Informationen an, die von Experten als auch Laien gleichermaßen verfasst werden. Das Spektrum der Artikel reicht demnach von gut recherchierten, nahezu professionellen Einträgen bis hin zu falsch aufgeführten Tatsachen. Die Artikel entstehen manchmal in einer Art Gemeinschaftsarbeit. Das bedeutet, dass ein Autor den bereits geschriebenen Text seines Vorgängers verändern kann. Die Gefahr, dass sich dabei inhaltliche Fehler einschleichen, ist nicht zu unterschätzen.

Brockhaus – Wissensvermittler mit Tradition

Auf der anderen Seite stehen 200 Jahre Tradition des Verlagshauses Brockhaus. Es wurde im Jahr 1805 von Friedrich Arnold Brockhaus gegründet. Das Lexikon wird heute nicht nur als klassische Sammlung der edlen, in Leder gebundenen Buchbände herausgegeben, sondern erscheint auch als kaufbare Onlineversion. Sie ist keine inhaltlich dünnere Digitalausgabe der Buchbände, sondern enthält wie das Original stattliche 300.000 Stichwörter. Das Onlinelexikon soll als Konkurrenz zu Microsoft Encarta und Wikipedia den Markt betreten. Es bietet daher nicht nur umfassend miteinander verknüpfte Artikel, sondern auch eine große Bilddatenbank, Videos, Animationen und Hörbeispiele.

Verfasste der Herausgeber zu seiner Zeit viele Einträge selber, so sind derzeit 60 Spezialisten mit Universitätsausbildung und externe Fachautoren am Werk. Die Beiträge entstehen durch die Nutzung von wissenschaftlich anerkannten Quellen, wie Fachzeitschriften, Sammelbänden und von Forschern verfassten Einzelwerken. Zusätzlich werden öffentliche und private Institutionen und Datenbanken nach Spezialinformationen durchforstet. Neben einer akribischen Korrektur der Artikel auf sprachliche Mängel ist die inhaltliche Verlässlichkeit der Brockhaus-Artikel einer der Gründe für den jahrelangen Bestand des Nachschlagewerkes. Es ist zu einem Synonym für Allgemeinwissen geworden.

Stellt Wikipedia eine ernsthafte Konkurrenz zu Brockhaus und Co. dar? Wir laden Sie herzlich dazu ein, mit uns im Life-Go-Forum darüber zu diskutieren!



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