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27. Januar 2008 - Holocaust-Gedenktag
27.01.2008 (J. Wagner)
Kategorie: Politik
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Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz durch sowjetische Truppen befreit und die überlebenden Menschen gerettet. Daher erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog diesen Tag am 3. Januar 1996 zum nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Hierbei soll an die Millionen Juden, Sinti, Roma und Slawen, sowie an die Tausenden von Behinderten, Kommunisten und Kriegsgefangenen erinnert werden, die im Dritten Reich ermordet wurden.
Allein im KZ Auschwitz-Birkenau bei Krakau wurden circa anderthalb Millionen Juden umgebracht. Auch viele tausend Sinti, Roma, Polen und sowjetische Kriegsgefangene fanden ihren Tod im Hauptlager Birkenau, wo sich die Gaskammern und Verbrennungsöfen befanden. Zu der gesamten Anlage gehörten außerdem noch 45 weitere Nebenlager. Auschwitz war somit das größte Arbeits- und Vernichtungslager. Es wurde im April 1940 errichtet. Fünf Jahre lang wurden dort Menschen gequält, gefoltert und ermordet.
Der Begriff Holocaust leitet sich von dem griechischen Wort „olokautev“ ab, was soviel bedeutet wie „ein Brandopfer darbringen“. Im deutschen Sprachgebrauch wird er für den Völkermord an den Juden zur Zeit des Nationalsozialismus verwendet. Im Englischen bezeichnet es allgemein den Massenmord in Verbrennungsöfen der Konzentrationslager des Dritten Reiches. Die jüdische Bedeutung ist „Tag der Schoah“ von dem neuhebräischen Wort „Shoah“. Es steht für die Tötung einer großen Zahl von Menschen oder eines ganzen Volkes.
Nicht nur Deutschland gedenkt der Opfer des Holocausts. In Großbritannien wurde im Jahr 2000 dasselbe Datum zum nationalen Gedenktag erklärt. Gleichzeitig soll er an alle Völkermorde erinnern. Die UNO hat schließlich am 1. November 2005 eine Resolution angenommen, in der sie offiziell den Tag der Befreiung des KZ Auschwitz als internationalen Holocaust-Gedenktag deklariert. Dabei sind alle Mitgliedsstaaten dazu aufgerufen, der Massenmorde zu gedenken und das Thema im Schulunterricht zu lehren. Weiterhin wird jede Form der Leugnung oder Relativierung des Holocausts zurückgewiesen.
Der israelische Gedenktag für die Opfer des Holocausts heißt „Jom haShoah“. Er wird am 27. Nisan des jüdischen Kalenders begangen. Dieses Jahr entspricht das dem 2. Mai. An dem Tag um zehn Uhr rufen Sirenen die Menschen dazu auf, für zwei Minuten innezuhalten. So steht zum Beispiel der Verkehr still und es wird nicht gearbeitet. Danach wird in der Gedenkstätte „Yad Voshem“ in Anwesenheit der Regierungs- und Staatsspitzen ein Kranz niedergelegt. In der Mittagszeit wird eine Namensliste von Schoa-Opfern verlesen und am Nachmittag gibt es eine Zeremonie für jüdische Jugendorganisationen. Die meisten Veranstaltungen werden live im israelischen Fernsehen übertragen.
In Deutschland hält der Bundestag eine Feierstunde ab und die Flaggen öffentlicher Gebäude wehen auf Halbmast. Viele Politiker halten Reden, in denen sie zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aufrufen. Auch ehemalige KZ-Häftlinge warnen vor einem Verdrängen oder Vergessen der Verbrechen durch die nationalsozialistische Herrschaft. Damit das nicht geschieht, muss weiter über das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte aufgeklärt und entsprechende Projekte gefördert werden.
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