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Unnötige Strompreiserhöhungen


01.02.2008 (L. Haug) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.morgenpost.de

Seitdem der Durchschnittserlös für eine Kilowattstunde Strom über zehn Cent liegt, gibt es immer weitere Preiserhöhungen. Auch in diesem Jahr kündigten die Stromanbieter eine Erhöhung an. 2008 soll der Verbraucher durchschnittlich bis zu 7, 2 Prozent mehr bezahlen. Dem kann allerdings entgegengewirkt werden. Seit dem 24. April 1998 kann der Bürger seinen Stromanbieter selbst wählen. Denn damals wurde das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts verabschiedet. Da Stromtarife regionalbedingt sehr unterschiedlich sind, kann der Nutzer durch einen Wechsel bis zu einige hundert Euro pro Jahr sparen.

Es ist also verwunderlich, warum die meisten Verbraucher dennoch ihrem Anbieter treu bleiben. Strom kann billiger sein. Er hat auch, im Gegensatz zu vielen anderen Produkten, bei denen die Bürger vergleichen, keine Qualitätsunterschiede. Trotzdem verändert die absolute Mehrheit der Nutzer nur den Tarif innerhalb ihres Vertrages. Der Trend, sich über die verschiedenen Stromanbieter zu informieren, liegt bereits vor. Jedoch sind es ausgehend von 39 Millionen Haushalten nicht mehr als 5 Prozent, die den Anbieter wechseln.

Laut Angaben der Verbraucherzentrale denken viele, dass mit einem Wechsel auch ein Risiko verbunden ist. Die Angst besteht darin, dass nicht alles reibungslos funktioniert, und der Nutzer dann kurze oder längere Zeit keinen Strom bezieht. Diese Sorge ist allerdings unbegründet, da der Grundversorger zur Belieferung mit Strom gesetzlich verpflichtet ist. Dadurch ist eine ununterbrochene Stromversorgung gewährleistet. Den Wechsel bekommt der Nutzer nicht mit. Es sind auch keine technischen Arbeiten oder ein neuer Zähler erforderlich. Es entstehen ferner keine Kosten durch den Wechsel.

Um sinnvoll zu wechseln, ist es ratsam zuvor einen Stromrechner zu benutzen. Diverse Internetseiten bieten diesen Dienst gratis an. Hier gibt der Nutzer seinen bisherigen Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) und seine Postleitzahl ein. Die Daten werden weitergeschickt, ein Strompreisvergleich erfolgt automatisch.

Findet der Bürger seinen regional günstigsten Anbieter, gibt es nur noch einige Punkte zu beachten. Es ist sinnvoll, keine langen Laufzeiten abzuschließen. Sind sie nicht länger als ein Jahr, bleibt der Kunde flexibel und kann so immer aufs Neue vergleichen. Auch die Kündigungsfrist sollte beachtet werden. Vorsicht gilt auch bei Sparangeboten. Hier ist es möglich, dass die Preise nicht kostendeckend kalkuliert sind. Zudem sollte der Nutzer ein Auge darauf haben, dass der Vertrag im Fall von Preissteigerungen ein Sonderkündigungsrecht gewährleistet.

Inzwischen raten auch Verbraucherverbände sowie Politiker zu einem Wechsel. Die Preiserhöhungen seien nicht angebracht, erklärt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Insgesamt gibt es zwar 800 Stromanbieter in Deutschland, dennoch besteht ein Mangel an Wettbewerb. Das ist der Fall, da die vier Hauptanbieter E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW rund 80 Prozent des Stroms erzeugen. Damit besitzen sie die Machtposition und haben die Kontrolle über die Preise. Reagieren jedoch mehrere Kunden mit einem Wechsel, wird ihnen das Zepter aus der Hand genommen.

Der Verbraucher sollte also die Vielfalt des Strommarktes nutzen. Entschließt er sich dazu, einen Wechsel durchzuführen, kann er neben einer Wettbewerbsankurbelung auch noch etwas Gutes für die Umwelt tun. Denn durch die Nutzung von Öko-Strom, der mit dem Label „ok-Power“ oder „Grüner Strom“ zertifiziert ist, kann jeder einzelne Verbraucher seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Alles was der Verbraucher jetzt noch zu tun hat, ist einen Stromrechner auszutesten. Das ist unter anderem auf den Internetseiten www.verivox.de, www.strom-guenstiger.de oder www.billiger-strom.de möglich.



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