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Vorsorge ist besser als Nachsorge


03.02.2008 (D. Düllmann) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.betapharm.de

Vorsorgeuntersuchungen werden zu wenig in Anspruch genommen. Laut den Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung der Bundesrepublik Deutschland gingen von den gesetzlich Versicherten im Jahr 2004 nur jede zweite Frau und jeder fünfter Mann zu den Untersuchungen. Die Daten verwundern umso mehr, da eine Vielzahl von ihnen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Die Praxisgebühr muss bei der reinen Vorsorge nicht gezahlt werden. Für den Patienten ist sie damit kostenlos. Im Folgenden werden einige der Untersuchungen vorgestellt.

… für beide Geschlechter

Die Zahnvorsorge soll ab dem Alter von 18 Jahren einmal je Kalenderjahr stattfinden. Die Zahnsteinbehandlung wird nur einmal pro Jahr übernommen. Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf eine halbjährliche Untersuchung.

Mit dem 36. Lebensjahr kann im Zweijahresrhythmus der gründliche Gesundheits-Check-Up in Anspruch genommen werden. Er soll dazu dienen, all jene Krankheiten zu erfassen, die bereits in einem Vor- oder Frühstadium zu erkennen sind. Viele Erkrankungen können so effektiver behandelt werden. Eine Untersuchung, welche unter anderem eine Kontrolle von Blut und Urin umfasst, soll Aufschluss über den Gesundheitszustand geben, sodass der Arzt gegebenenfalls Ratschläge für eine Änderung der Lebensgewohnheiten erteilen kann. Sollte es durch den Gesundheits-Check-Up zu einem Krankheitsverdacht kommen, so kann der Arzt sofort erforderliche Maßnahmen einleiten. Durch die vorzeitige Erkennung sind die Heilungserfolge bei vielen Krankheiten um ein vielfaches höher.

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten in der westlichen Welt. Aus einem gutartigen Krebs entwickelt sich ein bösartiger Tumor. Beschwerden treten erst dann auf, wenn die Heilungschancen gegen Null gehen. Daher haben beide Geschlechter ab 50 Jahren die Möglichkeit jährlich eine Dickdarm- und Rektumuntersuchung durchführen zu lassen. Diese beinhaltet eine Tastuntersuchung des Enddarms und einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl. Ab 55 Jahren werden zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren übernommen oder alle zwei Jahre der Test auf verborgenes Blut. Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken kann durch die Vorsorge um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Das ergab eine Begleitstudie, die im Jahr 2006 in der Deutschen Medizinischen Wochenzeitschrift veröffentlicht wurde.

… für Frauen

Ebenfalls wichtig ist die Krebsvorsorge. Dazu gehört ab zwanzig Jahren die genitale Untersuchung. Jährlich wird der Muttermund kontrolliert, ein Krebsabstrich entnommen sowie eine gynäkologische Tastuntersuchung durchgeführt. Viele Frauen gehen zum ersten Mal zum Gynäkologen um sich die Anti-Baby-Pille verschreiben zu lassen. Bei dem Besuch werden ebenfalls Untersuchungsmöglichkeiten vorgestellt. Frauen, die einen Arzt nicht wegen der Verhütungsmethode aufsuchen, bleiben deshalb oft uninformiert.

Die Inspektion und das Abtasten der Brust und der Lymphknoten sollen bei Frauen ab 30 Jahren jährlich vorgenommen werden. Die Patientinnen geben Auskunft über Veränderungen und Beschwerden der Haut und der Brust. Zwischen 50 und 69 Jahren besteht der Anspruch auf ein Mammographie-Screening. Dabei werden die Brüste geröntgt, um Tumore erkennen zu können. Durch die gynäkologischen Untersuchungen ist die Früherkennung von Gebärmutterhals- und Brustkrebs möglich.

… für Männer

Bei Männern wird ab 45 Jahren die jährliche Prostata-, Genital- und Hautunersuchung angeboten. Sie neigen jedoch dazu ihren Anspruch nicht gelten zu machen. Wenn keine Beschwerden vorliegen, ist der Gang zum Arzt nur lästig. Jedoch haben viele Krankheiten einen schleichenden Verlauf. Beschwerden treten erst auf, wenn die Krankheit sich bereits in einem gefährlichen Endstadium befindet.

Weitere Vorsorgeuntersuchungen können ebenfalls sinnvoll sein. Oftmals bestimmen die individuelle Krankheitsgeschichte oder familiäre Vorbelastungen, inwieweit sie zweckmäßig sind. In einem Beratungsgespräch kann der Hausarzt über erforderliche Schritte am besten aufklären.



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