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Manche sind menschlich, andere lustig, viele sind peinlich und einige sind unverzeihbar: Pannen in den Medien passieren täglich. In einer Informations- und Unterhaltungsgesellschaft, in der jeden Tag Tausende von Medienangeboten produziert, verbreitet und konsumiert werden, ist das nichts ungewöhnliches. Trotzdem schaffen es einige skurrile Geschichten aus den Medien auch immer wieder selbst in die Medien. Life-Go berichtet über die brisantesten Pannen der letzten zwei Jahre.
Alles andere als lustig
Oftmals rufen unvorhersehbare Geschehnisse, die täglich im Fernsehen, im Radio oder in der Zeitung passieren, ein Schmunzeln in unsere Gesichter. Der Spaß hört aber dort auf, wo das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte berührt wird. So können unfreiwillige Pannen beim Thema Nationalsozialismus zum Skandal werden.
Das musste jüngst auch Juliane Ziegler, Moderatorin der nächtlichen ProSieben-Call-In-Show „Nightloft“ erfahren. Am Telefon hatte die Moderatorin Ende Januar 2008 einen scheinbar besonders lustlosen Anrufer, der seinen Kontostand kurz vor seinem Arbeitsbeginn in der Nacht noch etwas aufbessern wollte. Juliane Ziegler versuchte den Mann mit den Worten „Ja aber komm, da bist du ein bisschen enthusiastisch und […] yeah arbeiten […] Arbeit macht frei!“ aufzumuntern. Dass sie sich damit eindeutig nationalsozialistischen Vokabulars bediente, schien der laut lachenden Moderatorin nicht klar gewesen zu sein. Die Parole ist ein Schriftzug, der sich auf vielen Toren nationalsozialistischer Konzentrationslager befand. Auch eine ausführliche Entschuldigung kurz nach dem Fauxpas in derselben Life-Sendung konnte Juliane Ziegler nicht retten. Die verantwortlichen Sender ProSieben und 9Life trennten sich mit sofortiger Wirkung von der 26-jährigen.
Ein anderer Fall mit ähnlicher Wirkung ereignete sich im Januar 2006 in der „Landeszeitung Lüneburg“. Dort hatte ein Fehler bei der Platzierung einer Anzeige für einen Eklat gesorgt. So war die Anzeige des Energiekonzerns E.ON mit dem Slogan E.ON sorgt schon heute für das Gas von morgen!“ unbemerkt unter einen Artikel über die Ermordung von Lüneburger Sinti im Nationalsozialismus gelangt. Die Zeitung entschuldigte sich umgehend bei den Sinti- und Roma-Verbänden sowie bei ihren Lesern für das unglaubliche Missgeschick. Der Fehler sei passiert, weil die konkreten Anzeigen bei der Vorab-Kontrolle der Zeitungsseiten ausgeblendet würden, erklärte der Chefredakteur im Anschluss. Damit sich ein solches Szenario nicht wiederholen kann, wurde die Vorgehensweise sogar mittlerweile geändert.
Peinliche Wiederholungen
Weniger historisch und politisch brisant aber trotzdem peinlich können manchmal Wiederholungen von Medienangeboten sein. So wurde im Februar 2008 bekannt, dass ein in der aktuellen Boulevard-Zeitschrift „OK!“ veröffentlichtes Interview mit Hollywood-Star Joaquin Phoenix bereits einen Monat zuvor im Kulturmagazin „U_mag“ erschienen war. Die peinliche Panne war aufgefallen, weil lediglich die Fragestellungen minimal verändert wurden und nur einige wenige Antworten des Schauspielers umformuliert worden waren. In der „OK!“-Redaktion, die das Interview von einem freien Journalisten gekauft hatte, war die fehlende Exklusivität nicht bemerkt worden.
Auch das ZDF in Mainz bemerkte eine peinliche Wiederholung Ende Dezember 2007 zu spät. Kurz nach dem Schleichwerbung-Skandal um die ehemalige ZDF-Frau Andrea Kiewel, wurde im Nachmittagsprogramm eine Kochsendung wiederholt, in der die Moderatorin zu Gast war. Die Brisanz: Andrea Kiewel war zuvor vorgeworfen worden, in der ZDF-Show „Kerner“ Schleichwerbung für Diät-Produkte von „Weight Watchers“ gemacht zu haben. Auch in der Kochshow-Wiederholung erwähnte sie erneut den Namen des Unternehmens. Das ZDF erklärte die Panne damit, dass eine Redakteurin für die Programmplanung verantwortlich gewesen sei, die wegen ihres Urlaubs nichts vom „Kiewel-Skandal“ mitbekommen habe.
Auszuschließen sind solche und ähnliche Aussetzer auch in Zukunft kaum. Bleibt nur zu hoffen, dass die unverzeihbaren Pannen vielleicht mehr und mehr von solchen abgelöst werden, über die wir auch weiterhin gerne schmunzeln.
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