•  
    • Kultur & Lifestyle
    • Sport & Panorama
    • Europa & Die Welt
    • Wissenschaft & Gesundheit
    • Politik & Wirtschaft
    • Computer & Technik
  •  
    • Sicherheits-Tools
    • System-Tools
    • Browser & Dateimanager
    • Grafik-, Film- & Sound-Tools
    • Andere Tools
    • Unterhaltung
    • Sicherheits-Tools
    • System-Tools
    • Browser & Dateimanager
    • Grafik-, Film- & Sound-Tools
    • Andere Tools
    • Unterhaltung
 
 
 
 

Nokias Massenentlassungen


08.02.2008 (L. Haug) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.zisch.ch

Die Verkündigung des 15. Januar 2008 hätte für 2.300 Menschen in Bochum nicht schlimmer kommen können. Der Mobiltelefon-Hersteller Nokia beschließt das Werk der Produktion und Entwicklung in Nordrhein-Westfalen Mitte des Jahres zu schließen und in andere europäische Länder zu verlagern.

Die Produktionsstätte soll nach Rumänien, Finnland und Ungarn umgesiedelt werden. Gründe, die angegeben werden, sind neben den hohen Kosten für Arbeitskräfte auch die an der Produktion hängenden Kosten in Deutschland. „Wir produzieren bis jetzt 6 Prozent unserer Geräte in Bochum, der Standort trägt aber etwa 23 Prozent zu den direkten Personalkosten innerhalb des Nokia-Produktionsverbundes bei“, so die Rechtfertigung des Nokia-Chefs Olli-Pekka Kallasvuo. Veli Sundbäck, der Vizepräsident von Nokia, fügte hinzu, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig gesichert werden muss. In Deutschland könne nicht so produziert werden, dass die globalen Anforderungen hinsichtlich der Effizienz erfüllt werden. Der Standort hält im internationalen Vergleich nicht stand, da die Kosten zehnmal höher als in Rumänien seien.

Mit der Schließung des Werkes werden somit aber ein Drittel der 10.000 deutschlandweiten Nokia-Mitarbeiter arbeitslos. Neben den 2.300 Festangestellten sind nämlich auch noch 1.000 Leiharbeit- beziehungsweise Zeitarbeitnehmer davon betroffen. Die Handyproduktion ist damit in Deutschland so gut wie ausgestorben. Denn Nokia ist nun, nach dem Aus von BenQ, neben Motorola einer der letzten Anbieter.

Der Telekommunikationsexperte Torsten Gerpott geht von einer strategischen Neuausrichtung von Nokia aus. Seiner Ansicht nach will sich der Konzern auf wenige große Standpunkte konzentrieren. Die Möglichkeit, dass in Zukunft mehr Anfertigungen in Niedriglohnländer in Asien verlegt werden, ist nicht auszuschließen. Hier wird neben Kostenersparnissen mit einem besseren Marktzugang gerechnet. Denn die schnell wachsende Volkswirtschaft machte China im Jahre 2007 für Nokia zum wichtigsten Absatzgebiet.

Die Schließung kann Nokia allerdings auch teuer kommen. Der Konzern erhielt zur Erbauung 60 Millionen Euro Subvention vom Land und weitere 20 Millionen vom Bund. Nun wird von der Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) geprüft, ob Teile der öffentlichen Gelder zurückgefordert werden können. Ein Vorwurf, der von Seiten der CDU hervorgeht, ist, dass Nokia eine Verlegung in ein anderes Land veranlasst, um auch dort öffentliche Gelder einzustreichen. Peer Steinbrück soll nun in Brüssel auf einheitlich Maßstäbe drängen, damit keines der EU-Länder ein anderes ausstechen kann. EU-Mittel sollen auf keinen Fall eine Produktionsverlagerung erleichtern. Der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso beteuert aber inzwischen, dass bisher keine europäischen Hilfen für die Verlegung der Nokia-Werke ausgegeben wurden.

Der Kritik kann sich das Nokia-Management allerdings nicht entziehen. Der Konzern liegt an erster Stelle mit einem weltweiten Marktanteil von 38,1 Prozent im Mobiltelefonbereich. Mit seinen weltweit 55.000 Angestellten liegt sein Gewinn 2007 bei 7,2 Milliarden Euro. Der IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard sieht deshalb seine Missbilligung als gerechtfertigt an. Ihm zufolge wird das Werk in Bochum nicht wegen eines Defizits geschlossen, sondern weil es der Gewinnsucht des Nokia-Managements nicht genüge. Politiker versuchen inzwischen auch die vorgeworfene Geldgier des Nokia-Chefs zu unterstreichen. Sie üben Druck auf ihn aus, indem zum Beispiel die CDU von einem Imageverlust in Deutschland spricht.

Den größten Schaden haben dennoch die Angestellten. Hier will der Konzern sich engagieren. Mit der Landesregierung sucht er nach einer Lösung für die Zukunft der Mitarbeiter und will in Form eines Sozialplanes verhandeln. Eine mögliche Weiterführung des Werkes ist jedoch ausgeschlossen. Die Arbeitsmarktchancen scheinen Prognosen nach nicht allzu schlecht für die Mitarbeiter des zweitgrößten industriellen Arbeitgebers in Bochum nach dem Opel-Werk zu stehen. Zahlreiche Unternehmen haben ihr Interesse mit bis zu 600 Stellen angemeldet. Nach Sündbäck können in dem Werk selbst 300 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten, wenn die Bereiche Forschung und Entwicklung wie geplant verkauft werden können. Knapp 1.000 Mitarbeiter stehen somit nicht vor einer arbeitslosen Zukunft – ein Tropfen auf den heißen Stein.



Redakteur:
Passwort:
 

Alles rund ums Drucken!

Radfritz.de Fahrrad Angebote

Aufkleber24.de

 234x60 Kinderwelt

Preisvergleich
Ferienwohnung Deutschland Digitalkameras, News ... für Fotografen Duesseldorfer-Onlinemagazin
Ruhr-Guide.de

© 2005-2012 Life-Go
RSS-Portal.com - Newsfeed RSS-Portal.com - Newsfeed
Impressum | SiteMap | Über uns
Besucher 2007:
Diese Seite wurde in -0.776887 Sekunden generiert.

Klug Suchen! Die Suchmaschinen-Suchmaschine | submitter.de - Kostenloser Eintrag in über 1111 Suchmaschinen! | Internet Links | WSD-Profi | Kingtools.de | Webkatalog