|
Neunundneunzig Minuten pure Natur. Seit dem 7. Februar 2008 ist die Naturdokumentation „Unsere Erde“ in den deutschen Kinosälen zu sehen. Der Regisseur Alastair Fothergill und sein Team von BBC nehmen den Zuschauer mit auf eine bildgewaltige Reise quer über unseren Planeten und in alle Klimazonen. Alastrair Fothergill ist bereits durch den Dokumentarfilme „Deep Blue“ und „Blue Planet“ bekannt. Seine elfteilige Dokumentarserie „Planet Erde“ fasst er nun in „Unsere Erde“ („Earth“) als Kinofilm zusammen. An 200 Drehorten in 26 Ländern drehten 40 Kamerateams in einem Zeitraum von fünf Jahren die insgesamt 1.000 Stunden Filmmaterial.
Fernab jeder Zivilisation trifft der Zuschauer zuerst in der Arktis auf eine allein erziehende Eisbärenmutter, die mit ihren beiden Jungen ums Überleben kämpft. Die Kleinen müssen schnell laufen lernen, denn der Mutter rennt die Zeit davon: Durch den Klimawandel taut das Eis, Jagdgebiet der Eisbären, während des arktischen Sommers viel schneller und zahlreiche Eisbären müssen deswegen verhungern.
Eine weitere Hauptrolle spielt eine Elefantenkuh, die mit ihrem Kalb und ihrer Herde verzweifelt auf der Suche nach Wasser durch die Kalahari zieht. Ihr Instinkt führt die Leitkuh direkt zum Okawango-Delta, doch auf dem Weg dorthin müssen sie sich gegen die sengende Hitze, ein Rudel Löwen und peitschende Sandstürme durchsetzen.
Außerdem nimmt der Zuschauer teil an der wunderbaren Reise einer Walkuh, die mit ihrem Jungen über 6.000 Kilometer zurücklegen muss, um die Nahrungsgründe zu erreichen. Sie hat es in ruhigen, tropischen Gewässern zur Welt gebracht. Nun muss sie mit ihrem Jungen zurück in ihr „Sommerquatier“, das Polarmeer, wo sie Nahrung finden können, denn das Säugen des Kalbs hat sie ausgezehrt.
Herzhaft gelacht werden darf bei dem buchstäblich filmreifen Auftritt der Paradiesvögel im Regenwald und bei sich recht wasserscheu gebärdenden Affen in Afrika. Spektakulär sind auch die Aufnahmen des weißen Haies bei der Jagd, die durch Erschrecken und Faszination zugleich fesseln. Die Zeitlupe ermöglicht Bilder, die mit dem bloßen Auge nicht auszumachen sind. Überhaupt werden durch Zeitlupe, Zeitraffer und enormen technischen Aufwand Bilder produziert, die eine einmalige Perspektive auf unseren Planeten zulassen. Das zeichnet den Film gegenüber anderen Naturdokumentationen aus und macht ihn zu etwas Besonderem.
Wunderschöne Luftaufnahmen von riesigen Vogelschwärmen, Wasserfällen und den Bergen des Himalaya wurden mit einer speziellen Kamera (Cineflex Heligimble) möglich gemacht, die außen am Helikopter befestigt ist. Sie vermeidet Verwackelungen bei einer Höhe von bis zu 500 Metern und kann um 360 Grad gedreht werden.
Passend zur aktuellen Klimawandel-Debatte ist die Dokumentation eine sehr sehenswerte Aufforderung an alle, ob jung oder alt, sich der Schönheit der Natur unseres Planeten bewusst und auch unserer Verantwortung ihr gegenüber gerecht zu werden. Am Ende des Films wird auch explizit auf diese Problematik aufmerksam gemacht und zum Handeln aufgerufen (zum Beispiel durch eine Spende auf www.loveearth.com).
|