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Am 14. Februar 2008 fand in Hannover der mittlerweile 4. Bundesvision Song Contest statt, eine Veranstaltung, die von Stefan Raab im Rahmen seiner Sendung „TV Total“ ins Leben gerufen wurde. Aus jedem Bundesland tritt dabei ein Künstler oder eine Musikgruppe zum musikalischen Wettstreit an, der durch Zuschauerabstimmung entschieden wird. Eine weiterführende Bedeutung hat die Trophäe jedoch nicht, da der Bundesvision Song Contest keineswegs der Vorentscheid für den Eurovision Song Contest darstellt. Die Veranstaltung bietet allerdings sowohl neuen wie auch etablierten Interpreten, die Möglichkeit für sich und den eigenen Song zu werben.
Die „Acts“, wie die auftretenden Musiker neudeutsch genannt werden, sprachen musikalisch vor allem das jüngere Publikum an. Schlager und dergleichen werden beim Bundesvision Song Contest vergebens gesucht. So kann behauptet werden, dass zumindest „Sportfreunde Stiller“, „Culcha Candela“, „Clueso“, „Rapsoul“ oder auch „Madsen“ in letzter Zeit Erfolge in den Single-Charts feiern konnten. Die 1990 in Potsdam gegründete Mittelalter-Metal-Band „Subway To Sally“ konnte mit dem Lied „Auf Kiel“ den Sieg für Brandenburg einfahren. Dennoch dürfte er aufgrund des Sieges kein überwältigender Neueinsteiger in den Single-Charts werden. Ähnliches galt bereits für den letztjährigen Siegertitel „Träumst du?“ von der Rockband „Oomph!“.
Mit jedem weiteren Jahr sinken die Quoten des Bundesvision Song Contest – von anfangs 3,23 Millionen auf dieses Jahr nur noch 1,58 Millionen Zuschauer. In der so genannten werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer lag der Bundesvision Song Contest an diesem Tag mit 15 Prozent nur auf Platz 12, so das Onlinemagazin „DWDL“. Eine Sendung, die in erster Linie junges Publikum ansprechen soll an einem Donnerstag ab 21 Uhr zu senden war ein etwas riskanter Schachzug des Produzenten „ProSieben“. Immerhin dauert der Bundesvision Song Contest bis kurz vor 1 Uhr früh.
Interessant war zu beobachten, dass sich alle Bundesländer selbst 12 Punkte gaben, scheinbar unabhängig von Stilrichtung und Qualität des Beitrags. Die einzige Ausnahme war Nordrheinwestfahlen. Ebenfalls erstaunlich ist die Tatsache, dass die aktuell angesagten Chart-Stürmer, wie „Culcha Candela“ oder „Sportfreunde Stiller“ nicht auf den vorderen Plätzen landeten. Die Sinnhaftigkeit der Sendung stellt sich jedoch durch die stark sinkenden Quoten in Frage. Unterhaltsam ist der Bundesvision Song Contest allemal, vielleicht gerade deshalb weil die Künstler eher Musik machen, die in spezielle Gattungen (Rock, Metal und Ähnliches) hineinfallen. Dennoch könnten die Produzenten über eine Erweiterung durch die Elemente Pop und Schlager nachdenken. Damit könnte die Sendung eine wesentliche höhere Zielgruppe erreichen und die Zuschauerzahl steigen. Unter Umständen könnte er den bisherigen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest ersetzen.
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