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Was für viele Motorsportexperten bereits seit einiger Zeit ein offenes Geheimnis war, ist seit dem 18. Februar 2008 Gewissheit. Ralf Schumacher verlässt die Formel 1 und gibt zukünftig in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) Gas. Er einigte sich mit seinem neuen Arbeitgeber Mercedes zunächst auf einen Vertrag für die Saison 2008 und wird in dieser Zeit im geschlossenen Cockpit einer C-Klasse statt im offenen Formel-1-Wagen Platz nehmen.
Der jüngere Bruder von Michael Schumacher hatte am Ende der Saison 2007 bekannt gegeben, nicht mehr länger für seinen ehemaligen Rennstall Toyota in der Formel 1 fahren zu wollen. Die zuletzt eher erfolglose Zusammenarbeit war daraufhin beendet worden. Nachdem Ralf Schumacher in der Winterpause im spanischen Jerez zunächst einige Testfahrten für das Team „Force India“ absolvierte, entschloss er sich schließlich, die Formel-1-Karriere ganz zu beenden.
Das Engagement in der DTM scheint zunächst für alle Beteiligten sinnvoll zu sein. Ralf Schumacher kann seine Karriere im Motorsport in der Disziplin fortsetzen, die nach der Formel 1 die größte Aufmerksamkeit genießt. Die DTM wiederum profitiert, weil sie nach Mika Häkkinen, Jean Alesi und Heinz-Harald Frentzen erneut einen aus der Königsklasse des Motorsports bekannten Fahrer dazugewinnt. Schließlich versprechen sich auch Sponsoren und nicht zuletzt die übertragende ARD einen Imagegewinn der DTM. Allerdings muss Ralf Schumacher deutliche Einbußen bei seinem Gehalt machen. Das geschätzte Einkommen von knapp unter einer Million Euro ist nur etwa ein Fünfzehntel von dem, was der ehemalige Formel-1-Pilot in der höchsten Motorsportklasse verdient hätte.
Mercedes-Sportchef Norbert Haug zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung, den Rheinländer in die DTM zu holen: „Ralf hat gezeigt, dass ihn die DTM interessiert und er hat gewiss einen guten Eindruck gewonnen“. Trotzdem warnen beide Seiten vor überhöhten Erwartungen. „Ich werde in der DTM lernen, ich werde mich voll reinknien und ich werde es wegstecken, wenn man mich kritisieren wird, sollte ich es bei den ersten Rennen nicht gleich gebacken bekommen“, so Ralf Schumacher nach der Vertragsunterzeichnung.
Trotz seines prominenten Namens wird der 32-jährige bei Mercedes keinen Neuwagen zur Verfügung gestellt bekommen. Um möglichst den Druck vom Fahrer zu nehmen, wird Ralf Schumacher zunächst mit dem DTM-Mercedes 2007 an den Start gehen. Allerdings gelten Fahrer, die mit einem Vorjahreswagen in der DTM starten, eher als benachteiligt. Ralf Schumacher soll langfristig trotzdem die Lücke schließen, die Mika Häkkinen bei Mercedes hinterlassen wird. Der ehemalige finnische Formel-1-Weltmeister hatte seine DTM-Karriere 2007 beendet.
Wie sich Ralf Schumacher in der DTM tatsächlich entwickelt, bleibt abzuwarten. Vielleicht bietet der Neuanfang dem zweiterfolgreichsten deutschen Formel-1-Piloten ja die Möglichkeit, endlich aus dem Schatten seines großen Bruders herauszutreten. Die erste Chance dazu bekommt er am 13. April 2008, wenn die DTM-Saison 2008 am Hockenheimring eröffnet wird.
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