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Schicht im Schacht
17.02.2008 (J. Wagner)
Kategorie: Wirtschaft
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Im Jahr 2018 soll voraussichtlich mit dem Steinkohlebergbau in Deutschland Schluss sein. Das hat der Bundesrat am 30. November 2007 beschlossen. Der Grund dafür liegt in den ungünstigen geologischen Faktoren, weshalb die deutsche Steinkohle nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Mit bis zu 2,5 Milliarden Euro jährlich wird allein der Bergbau in Nordrhein-Westfalen subventioniert.
Der Ausstieg soll etwa 30 Milliarden kosten. Davon sind rund zwei Drittel als Beihilfen und Anpassungsgelder für die Bergleute bestimmt. So soll betriebsbedingten Kündigungen vorgebeugt werden. Der Betrag wird auf den Bund und die beiden Länder Saarland und Nordrhein-Westfalen aufgeteilt, wobei der Bund mit 17 Milliarden Euro mehr als die Hälfte der Kosten trägt.
Aktuell gibt es noch acht Steinkohlebergwerke, wovon sechs im Ruhrgebiet sowie jeweils eins im Münsterland und Saarland liegen. Beschäftigt sind in der Branche noch etwa 30.000 Menschen und es werden rund 21 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr gefördert. Immerhin ein Fünftel der deutschen Stromerzeugung basiert auf Steinkohle. Jedoch stammt der größte Teil aus Importen.
Doch nicht nur der Abbau alleine ist wichtig. Im Schnitt hängen weitere 1,3 Arbeitsplätze im wirtschaftlichen Umfeld von einem Arbeitsplatz im Bergbau ab. So lautet das Ergebnis einer Studie der Prognos Aktiengesellschaft. Die Studie beschäftigte sich mit der regionalen Bedeutung des Steinkohlebergbaus und den Folgen des Abbaus im Ruhrgebiet. Dabei wurden verschiedene Zukunftsszenarien untersucht.
So sichert die Steinkohle allein in Nordrhein-Westfalen durch direkte und indirekte Beschäftigungseffekte 54.000 Arbeitsplätze. Laut der Studie könnten durch den Beschluss des Bundesrates davon 40.000 verloren gehen. Besonders betroffen ist die Bergbauzulieferindustrie. Die damit verbundenen Mehrausgaben für Arbeitslosigkeit und Mindereinnahmen bei Steuern könnten in der Summe höher sein als die Einsparungen durch die wegfallende Absatzhilfe. Jedoch bezieht sich die Studie ausschließlich auf die sechs Bergwerke im Ruhrpot.
Indes ist die Frage nach einem zukünftigen Sockelbergbau noch nicht geklärt. Das wird erst im Jahr 2012 der Fall sein. Es handelt sich dabei um eine Variante bei der jährlich nur noch etwa 10 Millionen Tonnen Steinkohle gefördert werden. Die Kosten dafür werden auf etwa 700 Millionen bis eine Milliarde Euro geschätzt. Deutschland könnte sich dadurch die Unabhängigkeit von Energieträger-Importen erhalten und Arbeitsplätze retten.
Unter wirtschaftlichen und umweltpolitischen Gesichtspunkten ist das Modell jedoch nicht rentabel. Die Förderung einer heimischen Tonne Steinkohle kostet über 160 Euro, der Import einer Tonne gleicher Qualität hingegen nur 60 Euro. Außerdem würden durch die Einstellung des Bergbaus weitere Umweltschäden verhindert.
Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum! Ist ein Sockelbergbau sinnvoll in Deutschland oder soll 2018 endgültig Schicht im Schacht sein?
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