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Henna-Tattoos - Nur ein harmloses Urlaubssouvenir?


22.09.2005 (J. Brodski) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.konsument.at

Die Prozedur schmerzlos und preiswert, der Effekt derselbe wie bei herkömmlichen Tätowierungen mit Nadel, die Einwirkungszeit 8-12 Stunden kürzer, für Jugendliche und sogar Kinder in Indien, Ägypten und einigen der Mittelmeerländern nicht verboten!

Was will man mehr? Immer mehr Jugendliche werden zur lebenden Leinwand: Mit exotischen Blumen, putzigen Tierchen oder dem Namen ihrer Liebsten auf der Schulter kommen sie zurück aus dem Urlaub.

Seit Tausenden von Jahren lassen sich Hautmalereien mit rotem Henna beobachten, das aus einem ägyptischen Färberstrauch (Fachname: Lawsonia internis) hergestellt und zur Bemalung von Haut, Nägeln und Haar genutzt wird.

Doch ist diese pflanzliche Farbe wirklich so harmlos? Jetzt schrillen die Alarmglocken. Der heutige „Maler“ benutzt bei seinen Hautmalereien nämlich in vielen Fällen nicht rotes Henna, das tatsächlich ein Naturprodukt ist, sondern schwarzes Henna, das viele chemische Substanzen enthält und bei den Souvenir-Jägern nach drei bis vier Tagen allergische Reaktionen auslöst und die heißbegehrten Tätowierungen zu schmerzhaften Wunden werden lässt.

Der Grund für diese beachtlichen Nebenwirkungen ist die im schwarzen Henna enthaltene Chemikalie Paraphenylendiamin (PPD), sie bewirkt, dass der Farbstoff auf der Haut dunkler und haftbarer wird. Die Freude ist jedoch nur von kurzer Dauer: Denn plötzlich, kaum in seiner Heimat angekommen, fallen dem glücklich Tätowierten Schwellungen und Rötungen, welche Verbrennungen 3. Grades ähneln und sogar nässen können, anstelle des anfangs so schönen Tattoos auf. Nach einiger Zeit stellt der solchermaßen Betroffene fest, dass seine Haut nun von flachen, fleckenförmigen Narben geziert wird. Es kommt noch schlimmer: Jetzt kann es bei Berührung mit PPD- artverwandten Stoffen (in Leder, Druckerschwärze und Textilien enthalten) zu starken, allergischen Reaktionen kommen - eine Wirkung, die höchstwahrscheinlich ein Leben lang anhalten wird!

Also, liebe Leute, falls ihr Chemiker, Friseure, Schuhmacher, Land- oder Forstwirte werden wollt, sind schwarze Henna-Tattoos für euch tabu! 53 solcher Krankheitsfälle sind den deutschen Medizinern bereits bekannt. Zwar gab es solche auch bei Verwendung von rotem Henna, dort allerdings eher selten, zudem kamen dann die Beschwerden erst nach 7-10 Tagen auf. Den Umstand, dass schwarzes Henna bereits nach 4 Tagen Spuren von Allergien aufweist, erklären sich Fachkundige der Dermatologischen Universitätsklinik in Tel Aviv mit der dem Henna beigemischten großen Menge von PPD.

An dieser Stelle ein Dankeschön an die EU: In den meisten ihrer Mitgliedsstaaten, wie übrigens auch in der Schweiz, sind Henna-Tattoos nämlich strengstens verboten. Schon seit 1999 berichten fachkundige Dermatologen und Allergologen von immer häufiger auftretenden Hautallergien durch schwarzes Henna. In Anlehnung an dieses Problem beschloss der Fachausschuss für Kosmetikprodukte im Europarat im Juni 2005, eine Aufklärungskampagne zu diesem Thema zu starten. Nur ein Problem trübt jetzt noch das Bild: Es ist nämlich äußerst schwer die Straßenhändler der Touristenparadiese am Verkauf ihres „Schmucks“ zu hindern, da diese seine Gefahr meist nicht kennen und von dessen Harmlosigkeit überzeugt sind.

Zum Schluss also ein Appell an die werten Herren Künstler: Wie wär’s mit Pinsel und Papier, statt Henna und Haut?!



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