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Der eigene Kräutergarten: Brennnessel


11.03.2008 (S. Edel) Kategorie: Gesundheit

Bild: claudia.hahler.de

Bereits ein Blick aus dem Fenster genügt und jeder sieht, dass der Frühling vor der Tür steht. Was tun, wenn Gefühle wie Müdigkeit und Lustlosigkeit vorherrschen? Der eigene Kräutergarten kann da Abhilfe schaffen und zwar mit der Brennnessel. Sie wird oftmals völlig unterschätzt und als Unkraut oder sogar als Giftpflanze abgestempelt. Dabei steckt viel mehr in ihr als der erste Blick vermuten lässt.

Vor dem eigentlichen Anbau und der Nutzung, sollte nicht das Hintergrundwissen zu diesem recht anspruchslosen Heilmittel fehlen. Die Botanik unterscheidet zwei Arten der Brennnessel: die kleine Urtica und die große Urtica dioica. Auch der Volksmund kennt sie unter vielerlei Namen wie zum Beispiel als Hanfnessel, Esselkraut, Saunessel, Sengettel oder Sengnessel. Ebenso vielseitig wie ihr Name sind auch die eher anspruchslosen Standorte. So wachsen sie an Wegrändern, Ruinen, Schüttplätzen, Ödländern und das weltweit. Nur in Südamerika beziehungsweise in den Tropen Afrikas kommt sie nicht vor.

Im Allgemeinen wird von der großen Brennnessel gesprochen, die eine Größe von 1,5 Meter erreichen kann. Die gesamte Pflanze ist dabei einheitlich grün und selbst die zarten Blüten, welche sich im Juni bis September bilden, haben einen blassen Grün-Ton. Die vierkantigen Stängel der Brennnessel sind ebenso wie die grob gesägten Blätter mit langen Nesselhaaren besetzt, welche den gefürchteten Juckreiz verursachen.

Allerdings sind es genau diese Haare und Fasern der Pflanze, die eine Anwendung zum Beispiel bei der Herstellung von Nesseltüchern finden. Die Nesseltücher werden heute aus Baumwolle hergestellt, weil sie günstiger produziert werden kann. Weitere Verwendungszwecke finden sich im Bereich der Schädlingsbeseitigung und der natürlichen Düngung, denn der Sud hilft bei Blattlausbefall und stärkt die Pflanzen ganz ohne Chemie. Nicht nur den Pflanzen bekommt das Kraut, auch in Salaten oder im Tee lassen sie sich verwenden. Ganz Mutige schwören dabei auf die heilende Wirkung bei Rheuma und Hexenschuss.

Innerlich angewendet hilft die Brennnessel bei Blasenschwäche, Blutungen, Diabetes, Darminfektionen, Frühjahrsmüdigkeit und starken Monatsblutungen. Die Einnahme steigert außerdem die Kondition. Bei äußerlicher Anwendung hingegen werden brüchige Fingernägel gestärkt, Kopfhautschuppen verringert und sie hilft bei unreiner Haut sowie bei Schuppenflechten. Die heilende Wirkung der Pflanze verdankt sie unteranderem Mineralstoffe, organische Säuren (Ameisensäure, Fruchtsäuren und anderen), ätherische Öle, Vitamine (B, C und K), Kieselsäure sowie Eisen.

Nach der Einführung zur Pflanze, folgen nun Erklärungen zum Anbau und der Ernte. Der Anbau ist bei der Brennnessel nicht unbedingt notwendig, weil sie so gut wie überall zu finden ist. Allerdings befinden sich in jedem guten Gartengeschäft Samen. Zudem siedeln sie sich selbst in naturbelassenen Gärten an.

Die Brennnessel zeigt sich bereits im Februar mit sehr zarten Trieben und ab März kann bereits geerntet werden. Bei der Ernte sollten aber nicht die Handschuhe vergessen werden. Die Wurzeln werden dann von März bis April und von September bis Oktober gesammelt. Getrocknet werden sie in der warmen Sonne oder im Ofen bei maximal 50 Grad Celsius. Zur Aufbewahrung eignen sich Leinensäckchen, weil diese luftdurchlässig und wasserabweisend sind. Das Kraut (Blätter und Stängel) wird hingegen von April bis Mai gesammelt. Doch nur die jungen Triebe eignen sich für den Eigenbedarf. Im Gegensatz zur Wurzel sollte das Kraut in Bündeln im Schatten aufgehängt oder im Ofen vereinzelt ebenfalls bei 50 Grad Celsius getrocknet werden. Für die längere Aufbewahrung eignen sich Blechdosen, wodurch selbst im nächsten Frühjahr wieder durchgestartet werden kann.



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