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Ob Berufsanfänger oder -wechsler, wer eine Arbeit sucht, der hat einen langen Weg vor sich. Wenn die Recherchearbeiten nach dem passenden Job in Zeitungen und Internetportalen beendet sind, müssen die Bewerbungsunterlagen zusammengestellt werden. Landet anschließend eine Einladung des Unternehmens im Briefkasten, geht es erst richtig los. Was den Jobsuchenden bei individuellen Bewerbungsgesprächen, Gruppenrunden und Assessment Centern alles erwartet, das erfahren Sie hier bei Life-Go.
Das klassische Bewerbungsgespräch
Die Ratgeberliteratur kann mit immer neuen Strategien für ein erfolgreiches Einstellungsgespräch aufwarten. Wichtig ist in jedem Fall eine gründliche Vorbereitung des Bewerbers. Neben einer rechtzeitigen Anfahrt, einer angemessenen, gepflegten Kleidung und der Beachtung grundsätzlicher Regeln der Körpersprache müssen Kenntnisse über den zukünftigen Arbeitgeber und über eigene Stärken und Schwächen sowie persönliche Zielsetzungen vorhanden sein.
Personalberater kennen mittlerweile einige Taktiken, um den Bewerber hinsichtlich seiner Eignung für die Stelle gründlich zu prüfen. Machen Sie sich daher darauf gefasst, auch provozierende Fragen, wie das Benennen persönlicher Schwächen oder die Reaktion auf problematische Situationen, beantworten zu können. Dazu gehört auch, dass Sie möglicherweise auf im Internet gefundene, unvorteilhafte Fotos oder schriftliche Aussagen von Ihnen angesprochen werden können. Für den Arbeitgeber sind lange Bewerbungsgespräche jedoch zunehmend weniger attraktiv. Es wird nun vermehrt auf kollektive Bewerbungsverfahren zurückgegriffen.
Die fordernde Gruppendiskussion
Das Gruppengespräch ist für Arbeitgeber eine zeitsparende und effektive Methode zur Bewerberauswahl. Dabei werden mehrere Bewerber gleichzeitig zu einem Termin eingeladen. Begonnen wird mit einer kleinen Vorstellungsrunde, bei der häufig bereits kurz erläutert werden muss, warum gerade die ausgeschriebene Stelle das Interesse des Jobsuchenden weckt. Für die Bewerber kann die schwierige Situation entstehen, neue und überzeugende Argumente zu finden, die noch nicht von einem Vorgänger in der Runde genannt wurden.
Anschließend werden Bewerbungstests gemacht, bei denen der Arbeitgeber die Jobanwärter in vergleichender Perspektive nach ihrem Auftreten, ihrer Teamfähigkeit und ihrer Allgemeinbildung beurteilen kann. Eine Übung besteht beispielsweise darin, den anderen gegenüber eine unbeliebte Meinung zu vertreten, ohne sich dabei unsympathisch zu machen oder eine angespannte Stimmung zu provozieren. Bei einem anderen Test muss ein komplizierter Zeitungsartikel gelesen und danach verständlich dargestellt werden. Eine gute Allgemeinbildung sowie das Wissen über aktuelle Tagesthemen sind dabei von Nutze.
Das moderne Assessment Center
Das Assessment Center ist ein neuartiges, aufwändiges und oft mehrtägiges Verfahren. Dabei wird die Eignung der Bewerber gründlich geprüft. Mittlerweile wird es von zahlreichen Unternehmen angewandt. So vielfältig die Arbeitgeber sind, die ein solches Bewerbungsverfahren nutzen, so unterschiedlich sind auch die einzelnen Abläufe im Assessment Center. Ziel ist es, die in der Unternehmenspraxis sich ergebenden und gemäß dem Stellenprofil ausgeschriebenen Anforderungen mit den Kompetenzen der Jobsuchenden abzugleichen. Meistens werden in Assessment Centern Hochschulabsolventen geprüft. Die Ermittelung ihrer Qualitäten und Fertigkeiten erfolgt mithilfe diverser Tests.
Das Instrumentarium eines Assessment Centers reicht von Persönlichkeits- und Intelligenztests über Gruppendiskussionen nach dem Motto „Jeder gegen Jeden“, der Präsentation von Gruppenaufgaben bis hin zu Rollenspielen. Ein bekannter Test ist die so genannte „Postkorb-Fallstudie“. Dabei wird ein mit Unternehmensakten, Kalendern, Notizen und Briefen gefüllter Korb vor den Probanden gestellt. Er muss nun die Dokumente nach bestimmten Vorgaben, wie beispielsweise „Sofort erledigen“, „Weitere Informationen holen“, „An Mitarbeiter delegieren“ und „Ignorieren“, sortieren. Dabei steht er unter Zeitdruck. Hier werden die Stressresistenz und Arbeitsorganisation des Bewerbers geprüft.
Fazit
Das Assessment Center stellt den Bewerber häufig vor die größten Herausforderungen aufgrund seiner Dauer und der Vielfalt der ausgeklügelten Testverfahren. Demgegenüber erscheint das klassische Bewerbungsgespräch fast „einfach“, doch das muss nicht zwangsläufig der Fall sein. Hier liegt die Aufmerksamkeit des Personalberaters vollkommen auf dem Bewerber, während der Einzelne bei Assessment Center und Gruppengespräch auch zeitweilig aus dem Blickfeld geraten kann. Die Schwierigkeit des Bewerbungsverfahrens hängt jedoch letztlich vor allem von der Persönlichkeit des Bewerbers ab.
Was für Bewerbungsverfahren sind Ihnen bei der Jobsuche begegnet und wie haben Sie die Herausforderungen bewältigt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns im Life-Go-Forum und helfen Sie so, zukünftigen Bewerbern den Weg zu weisen!
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