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Frühlingsgefühle versus Pollenflug - Frühlingsanfang am 21. März 2008


15.03.2008 (J. Richter) Kategorie: Panorama

Bild: www.hallo-schweiz.ch

Endlich sind wieder Blätter an den Bäumen! Nach den kahlen Wintermonaten ist die Natur voller Energie und die Pflanzen zeigen sich von ihrer farbenfrohen Seite. Die Wiesen haben das schäbige Winter-Graubraun abgelegt und zeigen sich jetzt von ihrer grünsten Seite. Erste wärmende Sonnenstrahlen ermutigen ganz Ungeduldige, den Grill aus dem Keller zu holen und die Gartenmöbel auf die Terrasse zu stellen.

Aus der Winter-Lethargie erwacht, bekommen viele Menschen in den ersten sonnigen Frühlingswochen einen regelrechten Energieschub. Wer nicht gerade in Frühlingsgefühlen schwelgt, wird auf andere Weise aktiv, denn die Sonne weckt den Tatendrang. Sie leuchtet gleichzeitig unbarmherzig alle vernachlässigten Winkel und Spinnweben-Verstecke aus. Das Großreinemachen des alljährlichen Frühjahrsputzes gilt zwar als veraltet, wird aber dennoch weiterhin in vielen Haushalten praktiziert. Es werden Fenster gewienert, Gardinen in die Waschmaschine befördert, Balkonfliesen gescheuert und der Staub aus den dunklen Ecken gewischt – kurzum, das heimische Nest wird ausgebessert und auf Vordermann gebracht, wo es nur geht.

Bei einigen Menschen stellt sich statt munterem Arbeitseifer jedoch genau das Gegenteil ein. Sie fühlen sich schlapp und kraftlos. Das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit kann so manchen im Frühling regelrecht lahm legen. Die Gründe für die saisonale Mattigkeit und Antriebsarmut sind noch nicht ausreichend erforscht, um eine zufrieden stellende Erklärung liefern zu können. Es wird allerdings angenommen, dass das Gute-Laune-Hormon Serotonin dabei eine Rolle spielt. Wie viel davon im Körper gebildet wird, hängt vom Licht ab. So wäre es denkbar, dass die dunklen Wintermonate ein Serotonin-Defizit gebildet haben, das im Frühling erst einmal aufgefüllt werden muss.

Da bis zur Sommersonnenwende die Anzahl der täglichen hellen Stunden weiter zunimmt, stehen die Chancen gut, dass sich die Frühjahrsmüdigkeit bald davonmacht und doch noch Frühlingsgefühle aufkommen. Denn die Tage, an denen es bereits zur Nachmittagszeit zu dämmern beginnt, sind erst einmal vorbei. In diesem Jahr werden am 20. März Tag und Nacht genau gleich lang sein. Das Ereignis findet jährlich immer zwischen dem 19. und 21. März statt. Die leichte Varianz des Datums existiert aufgrund der Schaltjahrregelung. Die Begebenheit der Tag- und Nachtgleiche ist der Zeitpunkt des astronomischen Frühlingsbeginns. Daran orientiert sich auch der kalendarische Frühlingsbeginn, der in unserem Kalendersystem jedoch auf einen konkreten Termin, den 21. März, festgelegt wurde.

Der so genannte phänologische Frühlingsbeginn (Phänologie: Lehre von den Erscheinungen) richtet sich hauptsächlich nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen. Dabei wird eine Einteilung in Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling vorgenommen. Der Vorfrühling beginnt mit der Blüte von Schneeglöckchen und Haselnuss, der Erstfrühling löst ihn mit der Forsythienblüte ab und wird schließlich selbst beim Blühen der Apfelbäume vom Vollfrühling abgelöst. Die Definition bringt mit sich, dass der phänologische Frühlingsbeginn stark von den geographischen Gegebenheiten abhängt. So variiert er nicht nur nach Längen- und Breitengrad, sondern auch die Höhenlage ist entscheidend, da dort die Blütezeiten aufgrund der geringeren Temperaturen versetzt sind.

Alle Jahre wieder werden mit Einsetzen des phänologischen Frühlingsbeginns die Allergiker geplagt, denn mit dem Erblühen von Bäumen, Gräsern und Blumen beginnt die Pollenflug-Saison. Sie bewegen sich bei Sonnenwetter besonders munter umher und plagen viele Heuschnupfen-Patienten. So werden mindestens sie sich über einen gelegentlichen Regenschauer freuen, der die Zahl der Pollen in der Luft verringert und die Situation für Erkrankte wenigstens zeitweise etwas erleichtern kann. Es wird sich zeigen, ob uns verregnete oder sonnenverwöhnte Monate erwarten – offenbar hat beides sein Für und Wider.



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