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Die meisten Menschen verbinden mit Ostern gefärbte Eier und Schokohasen. Das sind aber bei weitem nicht die einzigen Ostertraditionen. Es gibt eine ganze Reihe von Bräuchen rund um das christliche Frühlingsfest. Um sie zu verstehen ist zunächst einmal von Bedeutung, was überhaupt gefeiert wird.
Die Christen glauben, dass Gottes Sohn Jesus am Karfreitag am Kreuz gestorben und am Ostersonntag aus seinem Grab auferstanden ist. Damit hat er den Tod besiegt und das ewige Leben erhalten. Das bildet die Grundlage des Christentums. Ostern ist also das bedeutendste kirchliche Fest des Jahres.
Dennoch sind viele der Traditionen heidnischen Ursprungs. Der Grund dafür ist, dass ungläubigen Menschen (Heiden) eine Bekehrung zum kirchlichen Glauben erleichtert werden sollte. So wurden viele ihrer alten Bräuche einfach mit christlicher Mythologie ummantelt.
Schon in vorchristlicher Zeit wurde Wasser als Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit angesehen. Ihm wurde eine heilende und stärkende Wirkung zugeschrieben. Das wurde auch im Christentum beibehalten. Ein Priester segnet in der Nacht zum Ostersonntag gewöhnliches Wasser, das so zu Osterwasser wird. Es wird als Weihwasser an die Gläubigen verteilt oder bei Taufen verwendet.
Im heidnischen Glauben wurden im Frühling Freudenfeuer entzündet, um den Winter zu vertreiben. In der Stadt Lügde in Nordrhein-Westfalen werden noch heute große brennende Räder einen Hügel hinab gerollt. Sie stellen die Sonne dar, die neues Leben in das „tote“ Land bringen soll. Bei den christlichen Osterfeuern, die im achten Jahrhundert entstanden, wird die Symbolik auf Jesus übertragen, der den Tod besiegt hat. An ihnen wird die Osterkerze entzündet. Das ist eine große weiße Kerze, auf der religiöse Motive wie ein Kreuz, ein Lamm oder eine Taube abgebildet sind. Sie brennt die ganze Osterzeit hindurch bis Pfingsten sowie an Taufen und Beerdigungen.
Der Brauch Eier zu verschenken hat eher praktische Hintergründe. Die Christen fasten in der Zeit vor Ostern 40 Tage lang. Auf den Bauernhöfen hatten sich daher viele Eier angesammelt. Außerdem wurden sie im Mittelalter als Zahlungsmittel verwendet. Es handelte sich somit um eine Art Geldgeschenk. Dennoch hat auch das Ei in vielen alten Kulturen Symbolcharakter. Es steht für die Ewigkeit, die Unschuld und sogar für den Ursprung des Universums. Die Christen vergleichen das Ei mit einem Grab in dem Leben eingeschlossen ist. So stellen sie eine Verbindung zur Auferstehung Jesu her.
Das Bemalen von Eiern war schon im alten Ägypten bekannt. Auch dieser Brauch wurde von den Christen übernommen. Zunächst jedoch waren alle Ostereier rot. Die Farbe stand als Sinnbild für das Blut Christi. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie immer bunter.
Der Hase, der die Eier bringt, ist die bekannteste Ostertradition. Dabei hat sie sich erst im 19. Jahrhundert in ganz Deutschland durchgesetzt. Zuvor galten auch andere Tiere wie der Storch, Fuchs oder Kuckuck als Lieferanten der bunten Gaben. Für den Siegeszug des Osterhasen gibt es mehrere Gründe. Zum einen kamen die Tiere im Frühjahr bei der Futtersuche oft in die Dörfer und Gärten. Zum anderen war die Spielzeug- und Schokoladenindustrie, die „Meister Lampe“ bald in Serie produzierte, dafür verantwortlich. Wahrscheinlich war er einfach niedlicher als seine Konkurrenten, sonst hätten wir heute vielleicht einen Osterstorch.
Ostern ist also ein Fest, das im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Bräuche dazu gewonnen hat. Die Traditionen unterschiedlicher Kulturen sind hier zusammengeflossen und haben sich vermischt. Daran ist zu erkennen, dass die verschiedenen Zivilisation oft gar nicht so stark voneinander abweichen. Ostern ist eine Zeit in der Christen und Nichtchristen gemeinsam das Leben feiern können.
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