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Blütenpollen als Allergieauslöser


22.03.2008 (J. Richter) Kategorie: Gesundheit

Bild: www.stuttgarter-zeitung.de

Winterzeit ist Schonzeit! Das gilt trotz einem immer früheren Beginn der Pollensaison für alle Allergiker die jährlich von Heuschnupfen geplagt werden. Verantwortlich dafür sind Blütenpollen. Sie werden durch Wind, Wasser und Tiere wie Vögel oder Insekten verbreitet. Für Allergiker spielt hauptsächlich der Wind als Transportweg eine Rolle. Der Blütenstaub enthält Proteine, die als Allergene zu einer Überreaktion des Immunsystems führen können.

Die Eiweiße gelangen über die Atemwege in den Körper. Die körpereigene Abwehr hält sie irrtümlich für Krankheitserreger und startet eine Immunreaktion. Dabei entsteht der sogenannte Heuschnupfen, der mit heftigen Symptomen einhergeht und Betroffene gegebenenfalls stark einschränkt. Über 20 Prozent der Bevölkerung leiden Jahr für Jahr darunter. Typisch sind häufiges Niesen, gerötete Augen und eine geschwollene Nasenschleimhaut, die ein Schnupfengefühl entstehen lässt. Müdigkeit und Kopfschmerzen können ebenfalls als Beschwerden hinzukommen. Diese sogenannte allergische „Rhinitis“ kann über mehrere Wochen anhalten - eben so lange, bis die Blütezeit der Allergie auslösenden Pollensorte vorüber ist.

Aufgrund der Tatsache, dass die Blütezeiten der Pflanzen von Gegend zu Gegend unterschiedlich sind, fliegen auch die Pollen zu verschiedenen Zeiten. So setzen etwa die Vegetationsphasen von Gewächsen in höheren Lagen zeitlich versetzt ein, weil die Außentemperaturen insgesamt niedriger sind. Die Pollenkonzentration in der Luft differiert auch zwischen ländlichen und städtischen Gegenden. So ist sie auf dem Land morgens am höchsten und in der Stadt am Abend besonders ausgeprägt. Heuschnupfengeplagte sollten das beim Lüften berücksichtigen, um die Belastung möglichst gering zu halten.

So ergibt sich, dass jede Region einen eigenen Pollenflugkalender benötigt, wenn Flugzeitpunkt und Art der Blütenpollen in Verbindung gesetzt werden sollen. In ihm wird das Auftreten bestimmter Pollenarten zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr dokumentiert. Vor allem für Allergiker ist das von großer Bedeutung, da so eingeschätzt werden kann, wann besser auf einen Spaziergang durch Wiesen, Weiden und Wälder verzichtet werden sollte.

Wann genau welche Blütenpollenarten durch die Luft wirbeln, variiert jährlich. Bei einem zeitigen phänologischen Frühlingsbeginn (Phänologie = Lehre von den Erscheinungen, richtet sich nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen) startet die Pollenflugsaison oft viel früher als nach einem langen Winter. Längerfristig gesehen beeinflussen auch die sich verändernden klimatischen Bedingungen den Pollenflug. In den letzten Jahren konnte beobachtet werden, dass er insgesamt gesehen zu einem früheren Zeitpunkt einsetzt und zudem länger andauert. Das führt dazu, dass manche Betroffenen schon sehr zeitig im Jahr unter Heuschnupfen zu leiden haben.

Genaue Daten zu den verschiedenen Baumarten, Gräsern und Pflanzen werden in Pollenflugkalendern tabellarisch aufgeführt. Die Website der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst bietet beispielsweise eine solche Auflistung (www.pollenstiftung.de). Dort finden Betroffene neben einer gesamtdeutschen Übersicht auch Angaben für verschiedene Räume Deutschlands. Außerdem verfügt die Seite über eine täglich aktuelle Vorhersage. Auch auf der Webpräsenz von www.allergie.medhost.de findet sich ein Pollenflugkalender.

Insgesamt gesehen gelten Gräser, Beifuß, Esche und Pollen aus der Verwandtschaft der Birke wie beispielsweise Hasel und Erle als Hauptallergieauslöser. Letztere sind Frühstarter und machen sich als erste auf die Reise durch die Lüfte. Gräserpollen fliegen wesentlich später, sie sind aber dafür länger zu finden. Ihre Hauptsaison beginnt im Mai. Im Spätsommer werden dann Beifuß und Traubenkraut relevant, deren Pollen in der Regel ab August vermehrt aufkommen. Mit Hilfe des Pollenflugkalenders können die krank machenden Allergene besser gemieden werden.

In kritischen Zeiten sollten sich Betroffene möglichst wenig im Freien aufhalten. Es empfiehlt sich außerdem, nur dann zu lüften, wenn wenig Pollen unterwegs sind. Ansonsten sollten die Fenster möglichst geschlossen gehalten werden. Das gilt übrigens auch für Autofahrten. Im Pkw kann außerdem die Lüftung abgeschaltet werden. Zudem hat sich tägliches Haarewaschen als hilfreich erwiesen, da sich Pollen besonders in ihnen gut festsetzen. Des Weiteren sollte abends die Kleidung gewechselt und nachts nicht im Schlafzimmer aufbewahrt werden, damit die Pollenkonzentration vor allem dort möglichst gering bleibt. Die beste Abhilfe ist jedoch ein ordentlicher Dauerregen. Das nasse Wetter „wäscht“ den Blütenstaub aus der Luft. Die Fenster dürfen dann wieder offen stehen und Allergiker können kurz aufatmen!



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