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Wuppertal goes to Hollywood


27.03.2008 (C. Herdeanu) Kategorie: Politik

Bild: www.spiegel.de

Ein jeder Student in deutschen Landen wird sich im Laufe der vergangenen Semester bereits mit der Frage der „Studienbeiträge“, gemeinhin auch als „Studiengebühren“ bekannt, beschäftigt haben. Einer großen Beliebtheit erfreuen sich diese Beiträge aber trotz ihres großen Bekanntheitsgrades nicht unter den Studierenden.

Wie so oft entwickelt sich das liebe Geld zum limitierenden und umstrittenen Faktor. Einerseits wird mittels der Studiengebühren bezweckt die Bildung finanzieren und somit auch weiterhin in qualifizierter Art und Weise garantieren zu können. Andererseits sieht sich nun ein mancher Student mit der Forderung nach einem semesterlichen Beitrag mit der Frage konfrontiert, wie die Finanzierung des Studiums und damit auch das Studium an sich weiter möglich sein soll. So ist es nicht verwunderlich, dass die Meinungen über die Notwendigkeit und Berechtigung der Gelder recht vielfältig sind. Es werden aber auch die Verwendung der Beiträge und ihre Angemessenheit heiß diskutiert. Angestrebtes Ziel ist zumindest eine „Verbesserung der Lehre“ zu bewirken.

Ein interessantes Beispiel stellt hier die Universität Wuppertal dar. Sie nahm im Sommersemester 2007 insgesamt knapp 4 Millionen Euro ein, die zu 60 % an die unterschiedlichen Fachbereiche flossen. Die restlichen 40 %, die beim Rektorat zur Verwendung für sowohl hochschulzentrale Maßnahmen als auch spezifische Projekte verblieben, waren bis zum Ende des Jahres bereits zu rund drei Viertel verteilt worden. Die Anmietung eines Großkinos im Herbst 2007 stellte eine der projektspezifischen Maßnahmen dar. Weitere waren die Finanzierung zusätzlicher Lehrstellen im Bereich der Germanistik und Anglistik. Beide Fächer waren durch einen besonders großen Ansturm an Studenten im ersten Semester schlichtweg überfordert waren, und die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Universitätsbibliothek.

Fakt ist, dass einige Universitäten beziehungsweise bestimmte Fächer wie zum Beispiel die Germanistik, oft auch in Zusammenhang mit einem nicht vorhandenen Numerus Clausus, hoffnungsloss überlaufen sind. Damit ist der Studierende gezwungen unter teilweise recht katastrophalen Bedingungen sein Studium zu absolvieren. Bekanntestes Problem mag hierbei wohl der allgemeine Platzmangel sein.

Dagegen hat die Universität in Wuppertal mit Hilfe der berühmten Gebühren eine innovative Antwort gefunden: Vorlesungen im Cinemaxx, getreu dem Motto „Wuppertal goes to Hollywood“. Grund zur Freude gibt es aber auch weiterhin immer wieder für die Studenten. Dank der Studiengebühren wurde unter anderem ein Bus-Shuttle-Service vom Campus zum Kino ermöglicht, sowie im Wintersemester 2007/08 eine Zusatzbeleuchtung, allerdings erst einmal zu Testzwecken, installiert. Ein Kinosaal ist nun einmal doch nicht für das aufmerksame Zuhören und Mitschreiben während der Lehrveranstaltungen konstruiert und so sollen nun zumindest die recht schummerigen Lichtverhältnisse des Kinosaales verbessert werden.

Klar ist aber, dass auch diese Lösung trotz ihrer Kreativität nur Übergangscharakter besitzt und nicht von Dauer sein kann. Den Studenten bleibt vorerst doch nichts anderes übrig als unzufrieden zu bleiben. Besonders jetzt, da der Studierende sich unter teilweise schwierigen Bedingungen sein Studium finanzieren muss, sollte ihm eine Garantie auf qualitätsvolle Lehre gegeben werden.



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