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Bluttest zur Bestimmung des Fehlgeburtsrisikos


31.03.2008 (U. Trauth) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.kleinezeitung.at

Eine Fehlgeburt, auch Abort genannt, stellt bei Frauen mit Kinderwunsch häufig ein einschneidendes Ereignis dar. Etwa 30 % aller Frauen sind in ihrem Leben von einer oder mehreren Fehlgeburten betroffen. Die Problematik wird insbesondere dadurch erschwert, dass bisher keine Möglichkeit zu einer Frühdiagnose etabliert wurde. Britische Wissenschaftler der Universität in Leicester haben nun erstmals einen Test entwickelt, der offenbar das Risiko für eine Fehlgeburt mit großer Sicherheit vorhersagen kann.

Frauen, die eine so genannte Frühabort, also eine Fehlgeburt innerhalb der ersten 20 Schwangerschaftswochen erleiden, weisen in ihrem Blut eine erhöhte Konzentration des Stoffes Anandamid auf. Dabei handelt es sich um ein körpereigenes Cannabinoid, welches an die gleichen Rezeptorproteine bindet wie auch Tetrahydrocannabinol (THC), der Hauptwirkstoff der Cannabis-Pflanze.

Welche genaue Rolle dem körpereigenen Cannabinoid bei einer Schwangerschaft zukommt, ist noch unklar. Frühere Studien hatten allerdings schon gezeigt, dass die Serumkonzentration im Normalfall in den ersten Monaten einer Schwangerschaft sinkt und erst gegen Ende wieder ansteigt. Eine neue Pilotstudie demonstriert nun, dass bei Schwangeren, bei denen die Absenkung ausbleibt, Blutungen auftreten und das Risiko einer Fehlgeburt erhöht ist. Dazu wurde der Anandamid-Spiegel von 45 Probandinnen, die unter Blutungen litten, in der sechsten bis zwölften Schwangerschaftswoche bestimmt. Neun Frauen hatten später eine Fehlgeburt, wobei die Forscher bei ihnen zuvor auffallend hohe Anandamid-Konzentrationen gemessen hatten.

Künftige Studien mit mehr Teilnehmerinnen sollen eine noch höhere Exaktheit der Vorhersage liefern und zudem die Festlegung eines genauen Anandamid-Grenzwertes ermöglichen. Da der bisher eingesetzte Nachweis circa zwölf Stunden dauert, soll ein Schnelltest entwickelt werden, der die Bestimmung des Anandamid-Spiegels im Blut innerhalb weniger Minuten zulässt. Sollte sich die hohe Trefferquote des Testes bestätigen oder sogar noch verbessern lassen, könnte der Nachweis von Anandamid zum besten Siebtest für die Frühdiagnose einer drohenden Frühgeburt werden. Gegebenenfalls könnte die Ursache (Beispiel: Fruchtwasserinfektion) früh genug identifiziert werden. Durch präventive Maßnahmen wäre es dann möglich das Frühchen zu retten.



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