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Privatfernsehen wird Pay-TV


01.04.2008 (S. Edel) Kategorie: Panorama

Bild: www.pixelio.de

Laut neuesten Berichten verschiedener Medienverbände wird das Privatfernsehen bald nicht mehr so sein, wie es einst war: kostenlos. Denn es wird ab 1. Januar 2009 kostenpflichtig. Das entschieden die Großkonzerne „ProSiebenSat.1 Media AG“ und „RTL Group“ Anfang Februar 2008 in Köln.

Der Grund für die Kostenverpflichtung war unter anderem der schwache Dollar, der den Konzernen rote Zahlen brachte. Eine Sprecherin von RTL Deutschland sagte dazu: „Bereits im zweiten Quartal des letzten Jahres fielen unsere Einnahmen um circa 15 %. Dadurch mussten wir einige unserer Angestellten entlassen und auch das Fernsehprogramm litt. Da hieß es handeln und das tun wir nun.“

Eine solche Maßnahme würde den Konzernen Mehreinnahmen von mindestens 3,5 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Sogar dem Arbeitsmarkt wird geholfen, denn durch die neuen Verwaltungsstrukturen werden mindestens 250 Arbeitsplätze geschaffen.

Doch was bedeutet das für den Kunden? Notwendig zum Empfang der Sender wird dann ein Handelsüblicher Receiver mit Kartenleser sein, denn um das Programm freizuschalten wird eine SmartCard benötigt. Das System bewährte sich bereits bei dem kostenpflichtigen Sender Premiere und kostet zwischen 10 Euro bis 80 Euro. Neben den Anschaffungskosten für ein solches Gerät kommen 30 Euro Gebühr im Monat hinzu und eine einmalige Freischaltungsgebühr von 80 Euro. Allerdings werden die weitverbreiteten DVB-T-Empfänger nicht unterstützt.

Laut einer Umfrage der Media Consuming AG wären 78 % der Deutschen damit einverstanden, wenn das Privatfernsehen kostenpflichtig wird. Sie würden sich dafür allerdings wünschen, dass dadurch weniger Werbung und Qualitativ hochwertigere Formate in die Fernsehlandschaft Einzug halten. Bis zur vollständigen Umschaltung am 1. Juni 2009 bleibt den Verbrauchern noch genügend Zeit sich mit den neuen Konzepten vertraut zu machen.

Mehr Informationen und Antworten werden am 30. April 2008 um 22:15 Uhr bei Stern TV gegeben. Dort werden die Geschäftsführer beiden Privaten Sendergruppen Anke Schäferkordt und Andreas Bartl Rede und Antwort stehen.



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