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Extremwetterkongress: Von Staubstürmen und dem Abschmelzen der Arktis


05.04.2008 (J. Wagner) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.piqs.de

Vom 26. bis 28. März 2008 fand zum dritten Mal der Extremwetterkongress in Hamburg statt. Veranstalter war wieder das Institut für Wetter- und Klimakommunikation. Hauptsächlich beschäftigen sich die Vorträge auf dem Kongress mit der Vorhersagbarkeit und dem frühzeitigen Erkennen von extremen Wetterlagen sowie der Vorstellung einiger neuer Studien. Darüber hinaus wurde am Abend des 27. März 2008 zum zweiten Mal der Medienpreis für Meteorologie vergeben.

Nachdem jeden Morgen zunächst ein Überblick über die aktuelle Wetterlage von Meteorologen des Seewetteramtes gegeben wurde, konnte in die Thematik eingestiegen werden. Neben den bereits erwähnten Themen stand auch der Klimawandel mit im Vordergrund. So stellte Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Universität Frankfurt einen sogenannten Klima-Trend-Atlas für Europa vor. Darin wurden alle bisherigen Beobachtungsdaten zusammengefasst und neu berechnet. Daraus ergeben sich Trends für die nächsten Jahrzehnte. Der Atlas gibt somit einen Überblick, was in welcher Region passiert, da die Erwärmung zum Beispiel nicht überall einheitlich erfolgt und es in einigen Gebieten sogar zur Abkühlung kommen kann.

Vor welche politische Herausforderungen uns der Klimawandel stellt, berichtete Nicole Wille, die Leiterin der deutschen Delegation bei aktuellen Klimaverhandlungen. Im Vordergrund steht dabei die Frage nach den notwendigen Technologien und deren Finanzierung sowie wer welchen Beitrag leistet, um vor allem die Kohlenstoffdioxid-Emissionen zu reduzieren. Bis 2009 sollen diese Klimaverhandlungen abgeschlossen sein.

Eine Methode für den Klimaschutz ist das Konzept der sogenannten Klimaneutralität durch Kompensation von Kohlenstoffdioxid-Emissionen. Es wurde von Dr. Sven Bode von der „Greenmiles GmbH“ vorgestellt. Dabei geht es darum, die durch eigene Aktivitäten wie Autofahren oder Fliegen verursachten Emissionen durch Unterstützung eines Klimaschutzprojektes auszugleichen. Die Kritik an dem Konzept ist groß und Dr. Sven Bode betonte, dass es sich dabei nur um eine Übergangslösung handeln kann.

Berichtet wurde auch über die bereits beobachteten Veränderungen, die wahrscheinlich vom Klimawandel herrühren. Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven beschäftigte sich in seinem Vortrag vor allem mit dem arktischen Eis. Die Arktis erwärmt sich gegenwärtig fast doppelt so schnell wie die restliche Erde. Besonders im Sommer verliert das Meereis drastisch an Fläche und Dicke, was ebenfalls zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt.

In zwei kurzweiligen Vorträgen von Meteorologen der „Meteomedia AG“ erfuhr das Publikum von der Schwierigkeit, das Thema Wetter und Klima in der richtigen Form dem Medienkonsumenten näher zu bringen. Während der Hurrikan-Experte Thomas Sävert versuchte, mit Wetterirrtümern aufzuräumen, ging es im Vortrag von Sven Plöger, Wetterexperte bei ARD, um die Darstellung des Wetterberichts. So beschreiben eine Windhose und ein Tornado dieselbe Erscheinung, welche in Deutschland dasselbe Ausmaß wie in Amerika erreichen kann.

Neben den irdischen Extremereignissen beschäftigte sich ein Vortrag von Dr. Maria von Schönermark mit dem Wetter auf dem Mars. Im Mittelpunkt standen dabei die gewaltigen Staubstürme, die teilweise dafür sorgen, dass die gesamte Atmosphäre von Staub bedeckt ist. Außerdem wurden neueste Messungen zum Vorhandensein von Wassereis vorgestellt. Wenn es schmelzen würde, wäre die gesamte Oberfläche mit einer elf Meter dicken Wasserschicht bedeckt.

Mit etwa 700 Teilnehmern ist der Kongress die größte jährliche Veranstaltung zum Thema Extremwetter in Europa. Die Besucher hatten an den über 20 Messeständen auch Gelegenheit, direkt mit den Vortragenden in Kontakt zu treten. Der vierte Extremwetterkongress wird vom 19. bis 21. Februar 2009 im „Klimahaus 8° Ost“ in Bremerhaven stattfinden und die einmalige Gelegenheit bieten, die Einrichtung zwei Wochen vor der Eröffnung zu erleben.



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