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Gourmets im Weltall
07.04.2008 (U. Trauth)
Kategorie: Panorama
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Appetitliche Vorspeisen, ein schmackhaftes Hauptgericht mit Beilage sowie ein köstliches Dessert sind die Grundkomponenten eines jeden Gourmet-Menüs. Und wer möchte schon nicht wenigstens ab und zu seinen Speiseplan mit ein wenig Abwechslung aufpeppen? Dies gilt auch für Astronauten. Spaghetti Bolognese und Wiener Schnitzel, Würstchen oder Braten mit Soße: Auch im Weltraum wird heutzutage fast alles gegessen.
Doch das war nicht immer so. Als das erste „Space Food“ in den 60er Jahren sein Debüt feierte, bestand es aus einer homogenen Mischung aus Proteinen, Fetten und Zucker mit Früchten und Nüssen. In mundgerechte Formen gepresst, wurden die Energiewürfel gefriergetrocknet und in Plastikfolie vakuumverpackt. Dazu gab es Flüssigkeit in Form von sterilisiertem Apfelmus aus Aluminiumtuben.
Seitdem hat sich in Sachen Weltraumernährung einiges getan. Bei der Wahl der Nahrungsmittel wird nach wie vor auf eine gute Verdaulichkeit und auf den Nährstoffgehalt geachtet. Ein NASA-Astronaut hat heute jedoch die Möglichkeit aus einer Menükarte mit 94 Speise- und Getränkesorten zu wählen. Diätspezialisten kontrollieren, ob die gewählten Speisen des Einzelnen auch ernährungstechnisch zufriedenstellen sind. Insbesondere Kalzium und Vitamin D werden der Weltraumkost aus gesundheitlichen Gründen mittlerweile künstlich zugeführt. Ersteres wirkt der durch die Schwerelosigkeit stimulierten Knochen- und Muskelabbau entgegen. Vitamin D, ein Provitamin, welches den Kalziumhaushalt reguliert, wird zugesetzt, da der menschliche Körper es in der Abwesenheit von UV-Strahlung nicht selbst bilden kann.
Um das „Space Food“ außerdem Platz sparend zu verpacken und ihm eine lange Haltbarkeit zu verleihen, wird den Speisen das Wasser entzogen. Die Astronauten müssen dann vor Ort das Wasser wieder hinzufügen, bevor die Mahlzeit beginnen kann.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) hat nun durchgesetzt, dass ihren ISS-Astronauten künftig echte Sterne-Menüs serviert werden. Gutes Essen hält die Raumfahrer nicht nur fit; es verbessert auch ihre Motivation, so die ESA-Experten. Deshalb erhalten sie ab März 2009 ein Feinschmecker-Menü von einem Starkoch aus dem Schwarzwald. Koch Harald Wohlfahrt, der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Chef des Restaurants „Schwarzwaldstube“ erstellte folgende Weltraum-Kreation: Kartoffelsuppe mit Majoran und Blutwurst zur Vorspeise, als Hauptgang geschmorte Kalbsbäckchen mit Gemüse in Balsamico-Essigsauce und weißem Bohnenpüree und als Dessert Zwetschgenkompott in Sternanis-Gewürzsud.
Life-Go wünscht guten Appetit!
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