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Elefanten sind die größten Landtiere der Erde. Für ihre wertvollen Stoßzähne wurden die afrikanischen Vertreter der Familie lange Zeit gnadenlos gejagt und beinahe vollständig ausgerottet. Seit 1994 ist die Jagd auf die friedlichen Riesen in Südafrika verboten. Heute leben nur noch wenige Tiere in freier Wildbahn. Die meisten Elefanten gehören zum Inventar der verschiedenen Nationalparks des südlichen Afrikas.
So sanftmütig die großen, grauen Tiere auch sein mögen, sie können durchaus zu einer Belastung für ihre Umwelt werden. Die Pflanzenfresser benötigen nämlich rund 200 Kilogramm Nahrung pro Tag. Dabei fressen sie aber nicht alles, was ihnen vor den Rüssel kommt. Elefanten sind eben wählerisch, wenn es das Nahrungsangebot zulässt. Für ein paar saftige Blätter entwurzeln sie schon mal ganze Bäume, um dann achtlos weiterzuziehen. Darüber hinaus richten sie hin und wieder Schäden bei Bauern an, indem sie deren Ernte zertrampeln.
Im südafrikanischen Krüger-Nationalpark hat sich die Zahl der Elefanten von 8.000 im Jahr 1994 auf 14.000 erhöht. Damit wachsen auch die Probleme: Platz und Futter werden nicht nur für die Dickhäuter, sondern auch für andere Tiere knapp. Um dem entgegenzuwirken, hat sich die Regierung nun entschlossen, einen Teil der Tiere zum Abschuss freizugeben. Am 25. Februar 2008 stellte der südafrikanische Umweltminister Marthinus van Schalkwyk sein Konzept zur Regulierung des Elefantenbestands vor. Es soll den Abschuss der Dickhäuter ab dem 1. Mai 2008 erlauben.
Gleichzeitig verbietet die Verordnung jedoch die Verwertung des Fleisches und den Verkauf des anfallenden Elfenbeins. Dadurch soll verhindert werden, dass es zu einer Massenschlachtung kommt. Die Stoßzähne werden eingelagert und dürfen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ (CITES) erst 2015 unter strengen Kontrollen verkauft werden. Trotz dieser Regelung soll das generelle Verbot des Elfenbeinhandels nicht aufgehoben werden. Um auszuschließen, dass Großwildjäger das Abschussrecht missbrauchen, muss jede Tötung vorher von einem Experten und von den Behörden genehmigt werden.
Bei der Reduzierung der Elefanten soll besonders darauf geachtet werden, dass die ausgeprägten Sozialstrukturen der Tiere nicht zerstört werden. Wenn nötig, können die Behörden also gezielt ganze Familien zum Abschuss freigeben. Wie viele Tiere letztendlich davon betroffen sein werden, ist bisweilen noch unklar. Das hängt auch von der Entwicklung anderer Regulierungsmaßnahmen ab. Bevor es nämlich zur Tötung kommt, soll die Zahl der Elefanten durch Geburtenkontrolle, das Ausweiten der Wildparks und Umsiedlungen geregelt werden.
Die Entscheidung stößt sowohl auf einsichtige Zustimmung als auch auf vehemente Ablehnung. Was für die einen als notwendige Maßnahme zum Schutz der Umwelt angesehen wird, ist für die anderen ein Verstoß gegen den Artenschutz. Selbst unter den Tierschützern herrscht Uneinigkeit. So wird zum Beispiel der Abschuss als Mittel zur Bestandskontrolle vom „World Wide Fund for Nature“ (WWF) und dem „International Fund for Animal Welfare“ (IFAW) gebilligt. Andere Organisationen wie „Animal Rights Africa“ (ARA) verlassen sich dagegen ganz auf die Empörung der Touristen. Durch einen Aufruf zum Boykott der Naturreservate sollen die Massentötungen verhindert werden.
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