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Für Autofahrer, die sich tagtäglich durch den Ampeldschungel in den Städten kämpfen, könnte in Zukunft ein kühner Traum Wirklichkeit werden: Nur noch gelegentlich an roten Verkehrslichtern warten müssen und stattdessen dank „grüner Welle“ zügig am gewünschten Ziel ankommen. In Ingolstadt ist diese Vorstellung zum Teil zur Realität geworden.
Bei insgesamt 46 Ampeln an verschiedenen Verkehrsknotenpunkten der Stadt wird eine so genannte intelligente Ampelführung getestet. „Travolution“ heißt das neue Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das künftig für freie Fahrt sorgen soll. Der Begriff geht aus der Kombination der englischen Begriffe „traffic“ und „evolution“ hervor. Das „Travolution“-Konzept steht für eine Weiterentwicklung der bisherigen Methoden von Verkehrsmanagement und -organisiation. Das Vorhaben ist ein Kooperationsprojekt, das von der Audi AG, dem Ingolstädter Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation, der Technischen Universität München und dem Unternehmen GEVAS Software seit 2006 gemeinsam organisiert wird. Es umfasst folgende zwei Teilprojekte und befindet sich zurzeit in der Testphase.
Für die Realisierung der Testphase des ersten Projektabschnitts wurden unter der Fahrbahn vor den jeweiligen Ampeln Detektoren verlegt, die das Verkehrsaufkommen messen. Die gewonnen Daten werden in Sekundenschnelle an einen zentralen Rechner, der sich im Rathaus der Stadt befindet, weitergeleitet. Mittels einer intelligenten Berechnungsstruktur, dem so genannten genetischen Algorithmus, errechnet der Computer anhand von Modellen das Verkehrsaufkommen, das fünf Minuten später zu erwarten ist. Die Ampel passt ihre Rot- und Grünphasen dann dem Verkehrsaufkommen an.
Die Idee des zweiten Projektteils ist, dass Ampeln und Autofahrer über WLAN miteinander kommunizieren können. Sie soll dem Fahrzeugführenden kurze Zeit bevor er die Ampel passiert mitteilen, wann sie auf grün schalten wird und bei welcher Geschwindigkeit sie so überquert werden kann, dass Bremsen, Halten und erneutes Anfahren überflüssig werden. Auf diese Weise könnte der Fahrer seine Geschwindigkeit derart anpassen, dass er das Verkehrslicht gerade dann erreicht, wenn es grün wird. Damit wären vor allem Kurzstopps an roten Ampeln, die kurze Zeit später auf grün schalten, vermeidbar, was sich positiv auf den Verkehrsfluss auswirken würde.
Beide Teilprojekte verfolgen die gleichen Ziele: Durch „grüne Wellen“ und der Minimierung von Wartezeiten an roten Ampeln soll der Verkehrsfluss erheblich verbessert und die individuellen Fahrtzeiten verkürzt werden. Durch die geringeren Fahrtzeiten und die Vermeidung von Staus kann als Folge auch Benzin eingespart und das Emissionsaufkommen verringert werden. Beim Warten vor Ampeln oder bei stockendem Verkehr läuft gewöhnlich der Motor, und das Fahrzeug produziert Abgase, die die Luft verschmutzen. Die Situation könnte sich nun verbessern und das hätte sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt positive Folgen. Wie erfolgreich die Testphase war, wird sich durch den Endbericht, der für Mitte 2008 erwartet wird, zeigen.
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