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DFB feiert Jubiläum: 100 Jahre Länderspiele mit der Nationalelf
12.04.2008 (T. Kaiser)
Kategorie: Sport
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Franz Beckenbauer wurde durch sie zum „Kaiser“ gekrönt, Fritz Walter zum National-Helden und Jürgen Klinsmann sprach von seiner größten Herausforderung: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft feiert runden Geburtstag – und ist begehrter denn je.
Am 5. April 2008 sind genau 100 Jahre vergangen, als die deutsche Auswahl zum ersten Mal den Platz betreten hat – und zwar den, des Basler Sportplatz Laufen. Überschattet von schweren Hagelschauern siegten die Eidgenossen damals mit 5:3. Ein 19-jähriger Schüler namens Fritz Becker erzielte das erste Tor für die in halblangen Hosen angetretenen Deutschen. An jenem Tag ging wohl niemand davon aus, dass sich der Fußball zum Volkssport Nummer 1 in Deutschland entwickeln würde.
Einen Trainer gab es 1908 noch nicht. Von klaren Strukturen konnte im frisch gegründeten Deutschen Fußball Bund (DFB) ebenfalls nicht die Rede sein und für viele war der Ballsport nichts weiter als eine englische Modetorheit. Allen Widerständen zum Trotz fanden die Deutschen schnell ihre Liebe zum Spiel. Schon im Jahr darauf konnte die DFB-Auswahl ihren ersten Länderspiel-Triumph im Revanchespiel gegen die Schweiz feiern. 1:0 lautete das Endergebnis im April 1909 in Karlsruhe.
Bis heute haben 857 Spieler in genau 800 Partien das Trikot mit dem Bundesadler getragen. Dabei stehen sich 457 Siege, 179 Niederlagen und 164 Unentschieden gegenüber. 1782 Tore wurden geschossen, 965 Treffer kassiert. Die drei WM-Titel 1954, 1974 und 1990, sowie die drei EM-Triumphe 1972, 1980 und 1996 krönten die bisherige Geschichte der DFB-Elf. Doch fast wichtiger als alle Erfolge ist der emotionale Wert. „Sie wird immer der Deutschen liebstes Kind sein“, äußerte sich Ex-Bundestrainer Berti Vogts über die Nationalmannschaft.
Nie wurde dies deutlicher, als bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. Der 3:2-Endspielsieg gegen die für unschlagbar gehaltenen Ungarn löste einen Freudentaumel aus und gab dem angeschlagenen deutschen Volk neues Lebens- und Selbstwertgefühl. Die „Helden von Bern“ wurden schon zu Lebzeiten zu Legenden.
Während ihrer langen Geschichte wurde die A-Mannschaft von gerade mal zehn Bundestrainern oder Teamchefs betreut: Otto Nerz arbeitete von 1923 bis 1936 für den DFB. Ihm folgte der unvergessene Sepp Herberger bis 1964. Der „Chef“ führte die Elf um Fritz Walter zum ersten WM-Titel in Bern. Helmut Schön (1964 bis 1978), Jupp Derwall (1978 bis 1984) und Franz Beckenbauer (1984 bis 1990) gewannen weitere Titel für Deutschland.
Berti Vogts übernahm den Posten nach der WM in Italien. Nach der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich war jedoch auch für ihn Schluss. Erich Ribbeck übernahm, Rudi Völler wurde sein Nachfolger (2000 bis 2004). Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde der Europameisterschaft in Portugal 2004 wurde Jürgen Klinsmann als neuer Bundestrainer präsentiert und verstand es während der WM in Deutschland vor zwei Jahren, dem Land ein Sommermärchen zu erzählen.
Seit Juli 2006 hat nun Joachim Löw die Zügel in der Hand und führt die DFB-Auswahl im Sommer als Favorit zur Europameisterschaft in die Schweiz und nach Österreich. Der Erfolgsdruck ist wie immer groß in Deutschland. Doch auch diesmal gilt nach Lothar Matthäus: „Man darf nie den Sand in den Kopf stecken.“
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