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In einer zweiteiligen Serie möchte Life-Go Sie über die Preisentwicklung 2008 informieren. Dabei wenden wir uns im ersten Teil dem zu was bereits teurer wurde oder noch wird. Im Einzelnen wird es um Rohöl, Lebensmittel, Süßwaren, Kaffee und Strom gehen. Der zweite Teil wird sich dem gegenüber mit dem befassen was günstiger werden wird. Es handelt sich um Kommunikation, Erbschaft, Steuern, Versicherungen und Heimelektronik.
Die Inflationsrate hat im März 2008 zum ersten Mal die 3-Prozent-Marke erreicht. Die Preise steigen immer weiter an und es wird keine schnelle Entspannung erwartet. Das ist eine allgemeine Einschätzung verschiedener Konjunkturexperten. Es gibt dieses Jahr zwar keine Mehrwertsteuererhöhung, trotzdem wird die Inflationsrate höher sein als 2007. Das Verhältnis von Produktionskosten und Preisen verändert sich somit also erneut. Das konnte schon in den letzten Jahren bei diversen Artikeln festgestellt werden. Das statistische Amt offenbart, dass sich Waren aus dem Großhandel im Schnitt um 6,6 Prozent verteuerten. Es hält jedoch weiterhin daran fest, dass von keinem Anstieg gesprochen werden kann, da es auch einige Preissenkungen gibt. Für den Kunden ist das meist nicht nachvollziehbar. Die gefühlte Inflation ist für ihn nämlich immer höher, da er seine Kosten auf alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel beschränkt.
Die grundsätzlich höchste Preissteigerung ist bisher beim Rohöl zu verzeichnen. Während 100 Liter Anfang 2007 noch um die 50 Euro kosteten, liegt der Preis zu Beginn 2008 bereits bei an die 68 Euro. Das ist ein Rekordpreis, der unter anderem durch die steigende Nachfrage von Schwellenländern wie China und Indien entsteht. Bis Ende des Jahres erwartet die Bundesregierung einen Preisanstieg auf 1,50 Euro für einen Liter Normalbenzin. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet sogar mit einer Verdreifachung des Ölpreises. Da der Bürger nichts gegen die Preisentwicklung tun kann, wird manchem nichts anderes übrig bleiben, als früher oder später auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
Ein weiterer Preisanstieg ist in der Lebensmittelbranche zu erwarten. Schon letztes Jahr wurden Milchprodukte und Korn teurer. Die Ursachen waren zum einen in der Mehrwertsteuererhöhung und zum anderen auf dem Weltmarkt zu suchen. Angebot und Nachfrage stimmen nicht mehr überein, seit der Verbrauch in den Oststaaten steigt. Eine Lösung sieht der Bundesminister für Ernährung, Horst Seehofer (CSU), in einer Produktionssteigerung. Er fordert „Masse mit Klasse“ anstelle von „Klasse statt Masse“.
Eine Erhöhung ist daraus folgend auch in der Süßigkeitenproduktion abzusehen. Bis zu 10 Prozent mehr sollen die süßen Verlockungen kosten. Das wird hauptsächlich mit den steigenden Rohstoff- und Energiepreisen legitimiert. Die Kosten für die Herstellungsprodukte, wie Milchpulver und Butter, sind angestiegen. Es besteht zusätzlich die Sorge vor Missernten bei Kakao und Getreide, so die Branchenverbände von Handel und Industrie.
Kaffee ist ebenfalls kostspieliger geworden. Der zweitwichtigste Rohstoff an den Börsen wurde schon innerhalb der ersten drei Monate 2008 mit bis zu 40 Cent pro Pfund teurer. Das ist auf die Energiepreise sowie die gestiegenen Einkaufskosten bei Rohkaffee zurückzuführen. Kaffee wird weltweit immer beliebter und nimmt daher einen zusehends wichtigeren Stellenwert ein. Die Nachfrage wird also immer größer, gleichzeitig wird mit einem Ernterückgang gerechnet.
Darüber hinaus werden die Strompreise für Wirbel sorgen. Die großen Stromkonzerne kündigten bereits Ende 2007 eine Erhöhung an. Sie rechtfertigen sich mit dem Anstieg der Einkaufspreise. Problematisch erscheint, dass sie ihr Vorhaben ohne weiteres durchsetzen können, weil es lediglich vier Hauptanbieter gibt. Bei ihnen handelt es sich um Eon, RWE, Vattenfall und EnBw. Zusammen kontrollieren sie den Markt und es gibt nahezu keinen Wettbewerb. Verbraucherzentralen machen jedoch immer wieder darauf aufmerksam, dass die Stromkonsumenten hier wesentlich mehr Einfluss haben könnten, wenn sie Preise vergleichen und die Anbieter wechseln würden. Dazu forderte auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf. Er sieht keinen vertretbaren Grund für den Preisanstieg.
Deutschland hat es trotz der erheblichen Preisanstiege nicht am schlechtesten getroffen. Im europäischen Vergleich liegen nur die Niederlande deutlich unter unserer Inflationsrate (2 Prozent). Alle anderen Eurogebiete müssen mit den gleichen beziehungsweise sehr viel höheren Preissprüngen leben.
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